Wie alt muss man eigentlich werden, um wirklich alt zu sein? Jutta Sender, ihr Mann Heinrich und Helga Schöpplein schauen sich fragend an. Zunächst ist das eine Frage der Perspektive, befinden die drei. Aus der Sicht eines 16-jährigen Jungspunds mag schon ein über 50-Jähriger als "alter Knacker" gelten. Einige Menschen machen die Erfahrung, im Alter von 36 Jahren Oma oder Opa zu werden und fühlen sich nun (paradoxerweise) alt, weil jetzt eine Generation zwischen ihnen und den jüngsten Nachkommen liegt. Wieder andere laufen mit 80 Jahren einen Marathon und wollen von Altersbeschwerden nichts wissen.


Wenn Senioren auf Berge klettern

Jutta Sender, 73 Jahre alt, leitet den Seniorenkreis Eltmann, ihr Mann, 79, unterstützt sie dabei, Helga Schöpplein, 70, übernimmt diese Arbeit in der Gemeinde Stettfeld. Der Fränkische Tag hat sich mit den drei Senioren verabredet, um ein wenig über ihr Engagement und das Alter zu plaudern. Also: Ab wann ist man Senior, oder alt, oder wie auch immer man es nennen mag? Bezogen auf die Altersstufen in der Gesellschaft könnte man den Eintritt ins Rentenalter als ungefähren Bezugspunkt nehmen, also um die 65 herum, wägt Heinrich Sender ab. Festlegen aber wolle er sich nicht. Seine Frau Jutta erklärt, dass sie einen schönen Spruch zu dem Thema entdeckt habe, der dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergmann zugeordnet wird: "Alt werden ist wie auf einen Berg steigen: Je höher man kommt, desto mehr Kräfte sind verbraucht, aber umso weiter sieht man."

Letztlich definiert das Altwerden auch jeder ein bisschen für sich selber. Das fange schon damit an, wie Helga Schöpplein lachend erzählt, dass einige Rentner, so zwischen 65 und 75 Jahre alt, bei ihrem Seniorenkreis lieber noch nicht mitmachen: "Die fühlen sich alle zu jung." Dabei geht es ja bei dem Angebot keineswegs darum, sich gemeinsam alt zu fühlen oder sich alt fühlen zu müssen. Die Hauptziele der monatlichen Veranstaltungen sind Geselligkeit, Bewegung, Ausflüge machen. Auch mal einfache Sportübungen, Gedächtnistraining, Spaß und Unterhaltung gehören dazu. Von Fasching über Ostern bis Weihnachten stehen das ganze Jahr Programmpunkte an. Bestenfalls, so erklärt es Jutta Sender, begegnet man dem Alter mit einer gewissen Gelassenheit und verlernt das Lachen nicht.


Mitunter eine ernste Sache

Freilich aber kann man nicht nur gut drauf sein, denn alt werden ist mitunter auch eine ernste Sache. Man ist vielleicht nicht mehr so agil wie früher; Dinge, die einem früher leicht gefallen sind, werden plötzlich zur Herausforderung: Einkaufsfahrten, schwer heben, Haus oder Wohnung in Schuss halten; man muss von geliebten Menschen Abschied nehmen, man hat schon einiges mit- und überlebt, manche fühlen sich einsam im Alter.
Dann hilft reden. Was nicht immer in großer Runde zur Sprache kommt, wird auch mal unter vier Augen angesprochen. "Wir hören zu", sagt Sender. "Wenn jemand Hilfe braucht, kann er sich an uns wenden", versichert Schöpplein.

Beide Seniorenkreise sind eng verzahnt mit den Pfarreien vor Ort, also ist auch die seelsorgerische Seite gegeben. Wobei Religionszugehörigkeit keine Voraussetzung ist: "Bei uns darf jeder mitmachen", so Schöpplein.