Mit dem Lied "So klingt's aus Böhmen" hießen die Weisachtaler ihre Besucher zum zweiten Böhmischen Abend am Samstagabend im Hartlebsaal in Maroldsweisach willkommen. Durch das Programm führte Helmut Beck. Katja Meißner und Willi Hohmann grüßten mit ihrem Gesang zu den Klängen der Kapelle (Leitung Dimitry Braudo) mit "Grüß Gott ihr Freunde." Zu Gehör wurde auch der Slow-Rock für Flügelhorn und Trompete von Andy Schreck gebracht, wobei Peter Seifert als Solist auf beiden Instrumenten beeindruckte. In der Folge kamen noch fast 20 Musikstücke zu Gehör und den Zugabe-Rufen entzogen sich auch die Weisachtaler nicht.

Große Karriere

Die "Fuchsgraben-Polka" nahm Moderator Helmut Beck zum Anlass, um über Ernst Mosch zu sprechen, der unter anderem mit dieser Polka im Jahr 1956 seine Karriere mit der Böhmischen Volks- und Blasmusik gestartet habe. Die Weisachtaler hätten einen besonderen Bezug zu Ernst Mosch und seinen Egerländer Musikanten, da dieser mit seinen Egerländern im Juli 1973 in Maroldsweisach ein Gastspiel gegeben habe. "Ernst Mosch hat wie kein anderer die Böhmische Blasmusik einen breiten Publikum präsentiert", sagte Beck. So gab es auch den Walzer "Lebensfreude pur" von Kurt Gäble, die "Südböhmische Polka" und "Von Freund zu Freund", bevor der Weisachtaler Probenmarsch erklang, der, wie Helmut Beck sagte, von Claus Ziegler komponiert wurde.

Vom Landrat nur indirekt bestellt

Dieser Probenmarsch entstand, weil Heidi Hofmann aus Maroldsweisach einmal hörte, wie ein Landrat im Allgäu zu Kurt Gäble sagte, er könne doch einmal ein Musikstück für den Landkreis komponieren. Heidi Hofmann stellte, als sie im Jahr 2017 den ersten Böhmischen Abend moderierte, in den Raum, ob "unser Landrat Wilhelm Schneider nicht mal ein Lied bei Claus Ziegler, der bei den Weisachtalern spielt, bestellen könnte." Das hatte beim Konzert im Jahr 2017 für Gelächter gesorgt und Wilhelm Schneider, der anwesend war, habe gemeint: "Da müss mer mal was mach." Das wiederum veranlasste Claus Ziegler, sich was einfallen zu lassen. Er komponierte den "Weisachtaler Marsch", ohne dass dieser vom Landrat wirklich bestellt wurde. "So ganz ernst sollte es nicht sein, hat sich Claus Ziegler gedacht und auch, dass man sich selbst, die Weisachtaler, hier etwas auf die Schippe nehmen könne", sagte Moderator Beck.

Anspruchsvolle Stücke

Dirigent Dimtry Braudo übernahm bei der "Löffelpolka" das Schlagzeug, damit der Schlagzeuger dieses Musikstück als Solist mitspielen konnte. Nach der Pause sangen die Saxofone der Solisten Elke Pratsch, Miriam Pratsch und Maximilian Hofmann bei dem Lied "Saxophone Dreams." Bei der technisch anspruchsvollen "Zimmermannpolka" wurde den Tenorhörnern (Katja Meißner und Gerd-Peter Schmidt) sowie den Baritonen (Werner und Tobias Mildenberger )alles abverlangt. Die vier meisterten ihr Solo bravourös und wurden mit reichlich Applaus und Bravo-Rufen bedacht.

Der gut aufgelegte Dirigent Braudo band das Publikum immer wieder mit ein. So animierte er die Zuschauer bei der "Fabian Polka" zum Einwurf der Solo-Schläge mittels Klatschen und lud bei "Mein Herz schlägt nur für dich" dazu ein, den Nachbarn, an der dafür im Musikstück vorgesehenen Stelle, ein paar Küsschen zuzuwerfen.

Bevor das Schlusslied "Wir Musikanten" erklang, welches davon handelt, das Musikanten, vereint durch Spiel und Gesang ein Leben lang befreundet sind und Harmonie im Blut und Musik gut tut", gab es noch reichlich Böhmischer Musik zu hören. Bei einigen Stücken sangen Willi Hohmann, Lena Mildenberger und begeisterten die Besucher des Böhmischen Abends. Dieser durfte nicht enden, bevor die Akteure auf der Bühne den "Böhmischen Traum" und "Bis bald auf Wiedersehen, jetzt muss ich von dir geh'n, in Gedanken werd ich sein, bei dir allein" als Zugabe drauf legten.