Eine Stunde ist vorbei. Jan rennt immer noch wie ein Wilder. Über 30 Runden hat er schon, 12 Kilometer. "Herr Kurz hat jetzt schon den Rekord von 2010 gebrochen, 42 Runden", tönt es wenig später aus den Lautsprechern. Den wollte Jan doch auch!
Jetzt nochmal einen Zahn zulegen und weiterlaufen, auch wenn die meisten seiner Mitschüler mittlerweile schon am Bratwurst- und Eisessen sind. 50 Cent bekommt Jan pro Runde von seinen Sponsoren aus der Familie. "Ich hab' auch Firmen gefragt, aber die wollten mir nichts geben", sagt er. Dabei behält der 17-Jährige das Geld doch nicht selbst, sondern es geht an die Hilfsprojekte des Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Manga (Tansania) und Guatemala.

In guter Gesellschaft


Wenn man für so einen guten Zweck läuft "hat man doch ein gutes Gefühl beim Laufen", meint die Neuntklässerin Lavinia Mattigk strahlend. Und sie ist ja zusammen mit 650 anderen Schülern und 40 Lehrkräften unterwegs. Organisiert von der Schülermitverantwortung (SMV) unter der Leitung von Martin Wolf und Emil Kraus, läuft jeder von ihnen in der abgesperrten Innenstadt Eberns so viele Runden zu je 400 Metern wie möglich.
Sponsoren haben alle bereits im Vorfeld gesammelt. Familienmitglieder, aber auch Nachbarn und Mitschüler geben gerne Geld für jede gelaufene Runde. Wer erstmal genug vom Rennen hat, kann sich auf Bierzeltgarnituren erholen.
Jan hat das nicht nötig. Nach 2 Stunden und 64 Runden, also 25,6 Kilometern, steht er glücklich und erschöpft im Ziel. Kein Schüler hat mehr geschafft als er, und den Rekord von 2010 hat er locker um 22 Runden übertroffen. "Ich bin ja auch im Laufverein LG Veitenstein", kommentiert er. Getoppt wird er nur von Christfried-Alexander Kurz. Der Naturwissenschaftslehrer ist letztendlich mit 70 Runden der beste Läufer des Tages. Allerdings trainiert er auch "schon fünf bis sechs Mal die Woche" und ist Oberfränkischer Meister im Marathon.

Der gute Zweck