133 Stundenkilometer hatten die Polizisten mit dem Lasergerät gemessen. 100 waren erlaubt auf der Staatsstraße zwischen Limbach und Sand, weswegen der Fahrer eines Wagens gestoppt werden sollte. Der Versuch eines Polizisten, den 29-Jährigen mit einer Kelle zum Anhalten zu bewegen, scheiterte jedoch: Der Mann fuhr einfach weiter, der Polizist gab zu Protokoll, er habe sogar zur Seite springen müssen, damit er nicht vom Fahrzeug erfasst werde.

Der Autofahrer dagegen gab an, er habe den Polizisten übersehen. Letztlich führte die Aktion dazu, dass dem 29-Jährigen ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bamberg ins Haus flatterte. Eine Strafe von 1600 Euro (40 Tagessätze zu je 40 Euro) sollte er bezahlen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Hätte er das Geld überwiesen, wäre der Strafbefehl einem Urteil gleichgekommen, ohne dass es zu einer Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht in Haßfurt gekommen wäre. Da der Mann allerdings Einspruch eingelegt hatte, stand er nun am gestrigen Freitag ebenda vor Richterin Ilona Conver. Die klärte ihn auch sogleich darüber auf, dass die Verhandlung im besten Fall zwar mit einem Freispruch für ihn enden könnte, jedoch sei auch eine empfindlichere Strafe als die 1600 Euro aus dem Strafbefehl möglich. Da der 29-Jährige keinen Anwalt mehr hatte (der hatte das Mandat tags zuvor abgelegt), erklärte Ilona Conver, welche Möglichkeiten der Mann habe und welche Konsequenzen möglich sind.

Bezahlen: ja, aber nicht so viel

Sogleich wurde deutlich, dass der Schnellfahrer erreichen wollte, dass die gegen ihn verhängte Strafzahlung herabgesetzt und ihm eine Ratenzahlung eingeräumt wird. Die Tat selbst bestritt er nicht. Der 29-Jährige gab an, derzeit arbeitslos zu sein, aber für seine drei Kinder sowie das Kind seiner Lebensgefährtin sorgen zu müssen. Eine Arbeit habe er bereits in Aussicht, jedoch sei es ihm in seiner momentanen Situation nicht möglich, die Strafe zu bezahlen. Nachdem er seine Einkünfte offengelegt und seine Situation erklärt hatte, zeigte Richterin Conver Verständnis. Auch der Vertreter der Staatsanwalt erklärte sich bereit, die Strafzahlung neu zu berechnen. So wurde der 29-Jährige schuldig gesprochen und dazu verurteilt, nur 800 Euro (40 Tagessätze zu je 20 Euro) zu zahlen, und zwar in acht Raten zu 100 Euro ab April.