Bankenkrise? Für die meisten Sparkassen ist das zwar kein Fremdwort, aber ein bisschen als Außenseiter fühlen sich die Kreditinstitute schon, wenn es um dieses Thema geht. So auch die Sparkasse Ostunterfranken, die gestern in Haßfurt ihre Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2014 gab.

Denn: Die Sparkassen blieben all die Jahre weitestgehend verschont von riesigen Verlusten an den Finanzmärkten, weil sie sich an hochriskanten Geschäften nicht beteiligten. "Manche haben früher gesagt, wir sind langweilig", sagte Vorstandsvorsitzender Peter Schleich. Doch nach der Krise (Banken- und Finanzkrise ab 2007, die Red.) sei das Wort "konservativ" wieder positiv besetzt.

Risikobereitschaft niedriger
Laut Vorstandsmitglied Andreas Linder geht die Sparkasse Ostunterfranken nur Risiken ein, die gut einschätzbar sind.
Das zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes meist aus, wenn auch bei der Gewinnspanne nicht solche Dimensionen möglich sind wie bei jenen Banken, die ganz anders auf dem Finanzmarkt auftreten. So hat die Sparkasse Ostunterfranken im Jahr 2014 einen Bilanzgewinn in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro erzielt - genauso viel wie 2013. "Wir sind zufrieden", sagte Peter Schleich. Und Andreas Linder ergänzt zum Thema Risikobereitschaft und Bankenpleiten: "Es tut schon weh, wenn eine Bank vom Staat unterstützt wird" und dann mit Hilfe dieser Subventionen in Wettbewerb mit anderen Banken tritt, "die besser gewirtschaftet haben".
Das Kerngeschäft der Sparkasse sind die Kredite, was wegen des derzeit niedrigen Zinsniveaus für den Verleiher nicht gerade attraktiv wirkt. "Wenn wir in einem normalen Zinsumfeld wären, würden wir uns Wohler fühlen", sagt Schleich. So habe es auch etliche Kunden gegeben, die neue Kredite aufgenommen haben, um alte, teurere Kredite abzulösen, ergänzt Linder.

Für Sparer ist das derzeitige Zinsniveau von Nachteil, denn "Geld hat eigentlich keinen Wert mehr", sagte Schleich. Gemeint ist realer Vermögensverzehr: Geld verliert an Wert, wenn etwa die Inflationsrate höher ist als der Anlagezins. Für Sparer und Anleger bedeute das, dass sie beim Vermögensaufbau die Kapitalmärkte stärker mit einbeziehen sollten.

Die Sparkasse hat eigenen Angaben zufolge im Kreditbereich solide gewirtschaftet. Vor allem sei das der "langweiligen" Sparkasse gelungen, weil sie sorgfältig und gründlich vorging. "Wir fahren raus, gehen in die Betriebe und reden mit den Unternehmern", erklärte Linder die Nähe zu den Geschäftskunden. Die Sparkasse bezeichnet sich als "klassischer Mittelstandsfinanzierer". Und auch zu den Privatkunden pflege man ein persönliches Verhältnis. Hier gehe es meist um Wohnhausfinanzierung, ferner um Konsumkredite. Durch die langjährige Verankerung des Kreditinstituts in der Region könne man sehr gut einschätzen und beurteilen, wie sich die heimische Wirtschaft entwickle. Zwar besteht theoretisch die Gefahr, dass die Sparkasse auf einem großen Kredit sitzenbleibt, tatsächlich erscheint sie allerdings aufgrund der Kreditvergabestrategie unwahrscheinlich.

Einbußen für 2015 erwartet
Die Sparkasse Ostunterfranken blickt demnach auch optimistisch in die Zukunft. Man sehe sich laut Pressemitteilung "trotz anhaltend historisch niedriger Zinsen und weiter steigender regulatorischer Anforderungen für die Herausforderungen des Wettbewerbs auch in 2015 gut gerüstet". Wegen der Zinssituation und steigender Kosten erwarte man für das laufende Jahr allerdings Einbußen.

Im Jahr 2014 zahlte die Sparkasse laut Mitteilung 115,6 Millionen Euro neue Kredite aus, 121,4 Millionen Euro wurden an Krediten zurückgezahlt. Somit hat sich der Kreditbestand um 5,8 Millionen Euro auf 673,7 Millionen Euro reduziert.


Die Sparkasse Ostunterfranken

Konten Die Sparkasse Ostunterfranken führt 135 590 Konten und Depots für ihre Kunden. 40 749 davon sind Girokonten. Über 18 000 Kunden nutzen das Online-Banking.

Geschäftsstellen In den 21 Geschäftsstellen in der Region ist persönliche Beratung möglich, zudem gibt es drei Selbstbedienungs-Geschäftsstellen. Es stehen 33 Geldausgabeautomaten und 21 Kontoauszugsdrucker in der Regel rund um die Uhr zu Verfügung.

Mitarbeiter Bei der Sparkasse Ostunterfranken sind derzeit 296 Mitarbeiter tätig, davon 23 Auszubildende.

Bilanzsumme Im Jahr 2014 betrug die Bilanzsumme 1194 Millionen Euro (3,1 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr). Der Gewinn 2014 betrug 2,5 Millionen Euro.