Sein Opfer erlitt ein Veilchen.

Zwar ist der Beschuldigte nicht einschlägig vorbestraft, aber wegen einer Alkoholfahrt auf dem Mofa wurde er schon einmal verurteilt. Während die Staatsanwältin für einen dreiwöchigen Dauerarrest plädierte, machte sich Jugendgerichtshelfer Franz Heinrich für gemeinnützige Arbeitsstunden stark. Er wies darauf hin, dass der arbeitslose Heranwachsende eine ambulante Therapie absolviert, um einen künftigen Kontrollverlust zu verhindern.

Auch beruflich ist noch nicht alles verloren: Nach der Mittelschule hatte der Verurteilte eine Ausbildung begonnen. Aufgrund der hohen Fehlzeiten war das für die Ausbildungsfirma irgendwann nicht mehr tragbar und er wurde kurz vor der Abschlussprüfung entlassen.

Jetzt räumt ihm die Handwerkskammer die Möglichkeit ein, die Gesellenprüfung nachzuholen - und vielleicht kriegt er doch noch die Kurve.