Weil er mehrfach aus dem Tresor seines Arbeitgebers Geld entwendet hatte, landete ein 18-Jähriger aus einer Stadt im Kreis Haßberge vor dem Jugendgericht am Amtsgericht in Haßfurt. Richter Martin Kober verurteilte den jungen Mann zu einem Kurzarrest von drei Tagen, den er in der Jugendarrestanstalt Würzburg absitzen muss.
Zwar bezeichnete Kober die Taten als "typische Jugendverfehlung": Geld vom Arbeitgeber klauen - "So blöd kann man eigentlich gar nicht sein. Das macht ein Erwachsener ganz selten", begründete er seine Einschätzung. Dennoch schickte Martin Kober den Burschen in die Arrestzelle, da er bereits unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht gestanden hatte und der Richter nun die Zeit gekommen sah, ein etwas anderes Zeichen zu setzen als lediglich eine Geldauflage.

Damit folgte der Richter dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft, die sogar eine Woche Dauerarrest beantragt hatte, da der Schaden mit rund 1200 Euro erheblich gewesen sei und vorangegangene Gerichtstermine beim Angeklagten offenbar wenig Eindruck hinterlassen hätten. Die juristischen Bemühungen hätten den Angeklagten nicht davon abgehalten, wieder straffällig zu werden, argumentierte die Staatsanwaltschaft aus Bamberg weiter.

Berufliche Zukunft verbaut

Der 18-Jährige hatte eine Ausbildung als Mechatroniker begonnen und wegen Differenzen mit Kollegen und Vorgesetzten in einen anderen Betrieb gewechselt. Dort verbaute er sich allerdings seine berufliche Zukunft: Als er von seinem Arbeitgeber den Auftrag erhielt, zum Tresor zu gehen, um dort für Kunden die Autoschlüssel zu holen, nutzte er die Gelegenheit und bediente sich an Bargeld, das im Tresor aufbewahrt wurde. Vier Mal war das geschehen. Dabei klaute der junge Mann 1145 Euro. Das Geld hat er seinen eigenen Angaben zufolge dann einfach ausgegeben.

Auf die Schliche gekommen war ihm sein Arbeitgeber, weil die Firma Kameras installiert hatte, nachdem aufgefallen war, dass der Bargeldbestand nicht mit dem Kassenbuch übereinstimmte. Freilich zog das eine fristlose Kündigung nach sich.
Immerhin: Der 18-Jährige hat das von ihm gestohlene Geld bereits zurückgezahlt. Das wertete Richter Kober zwar als positiv, dennoch hielt er es für notwendig, den jungen Mann zu "drei Tagen Kurzarrest in Würzburg" zu verurteilen. Der 18-Jährige und auch die Staatsanwaltschaft verzichteten auf Rechtsmittel. Somit ist das Urteil rechtsgültig.