"Zeit haben zur Orientierung." Diese Aussage ist immer von Abiturienten zu hören. Die Zeit haben sie jetzt, denn sie haben ein wichtiges Ziel erreicht. Am Freitagnachmittag übergab der Oberstudiendirektor Max Bauer an 162 Abiturientinnen und Abiturienten das Zeugnis der Reifeprüfung und entließ sie aus dem Haßfurter Regiomontanus-Gymnasium.
Für viele waren die letzten zwei Jahre anstrengend. Das gibt Vanessa Sidon gerne zu. "Die letzten zwei Jahre meiner Schulzeit waren sehr stressig", erzählt die Abiturientin aus Haßfurt unserer Zeitung. Sie wird ab September ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in der Mittagsbetreuung der Grundschule am Dürerweg in Haßfurt einlegen.


In aller Ruhe

Zeit zur Orientierung war in den zurückliegenden zwei Jahren eher Mangelware. Vanessa Sidon möchte ein duales Studium anstreben.
Da kann sie die Zeit nun gut gebrauchen und sich für das nächste Jahr in aller Ruhe einen Studiengang aussuchen. Bewerbungen hat sie bereits laufen. Jetzt wird aber erst mal der Sommer genossen und gemeinsam mit den Freundinnen im Urlaub das bestandene Abitur gefeiert.
Auch Felix Schneider aus Knetzgau will zunächst ein freiwilliges soziales Jahr bei der Lebenshilfe in Augsfeld einlegen. Er möchte die Zeit ebenfalls zur Orientierung nutzen. Einen endgültigen Plan für den zukünftigen Beruf hat er noch nicht. In der engeren Wahl stehen ein Studium für das Grundschullehramt oder für Architektur oder eine Polizeiausbildung.
Der 18-Jährige ist jetzt erst einmal froh über eine längere Auszeit. Denn die letzten Wochen vor den Prüfungen waren anstrengend und wurden mit jeder Woche stressiger und aufregender. "Es ist jetzt eine schöne Zeit, in der man nach zwölf Jahren Schule lange nichts machen muss", freut sich der junge Mann, der jetzt mit der Freundin in Urlaub fährt.
"Den Tag genießen und sich feiern lassen", das haben die 162 Abiturienten des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt verdient. Oberstudiendirektor Max Bauer regte bei der Feier am Freitagnachmittag im Schulzentrum in Haßfurt die Abiturienten zum Nachdenken an über die nun gewonnene Freiheit. Der Leiter des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt ging auf das Entscheidungsdilemma ein, das momentan auf die gegenwärtige Lebenssituation der Abiturienten in besonderer Weise zutreffe. Bisher seien die Abiturienten alle einen gemeinsamen Bildungsweg gegangen von der Grundschule über Gymnasium oder Realschule bis hin zum Abitur. Richtung und Ziel seien klar gewesen. Nach dem erfolgreichen Abschluss und dem Aushändigen der Zeugnisse trennten sich nun die Wege mit einem formalen "Adieu".
Auch wenn man frei von Zwängen sei und den erfolgreichen Abschluss der Gymnasialzeit herbeisehne, beschleiche die Abiturienten nun das Gefühl: "Nicht wissen, was kommt".
Bauer drückte seine Hoffnung aus, dass es den einen oder anderen auf dem Weg durch Studium und Beruf vielleicht doch wieder in die fränkische Heimat, in den schönen Landkreis Haßberge, verschlage.


Wunsch des Landrats

"Das Lernen ist kein Spiel, sondern eine ernste Mühe." Mit einem Zitat des griechischen Philosophen Aristoteles würdigte der Landrat Wilhelm Schneider (CSU) das erfolgreiche Abschneiden der Abiturienten am Regiomontanus-Gymnasium in Haßfurt. Was Aristoteles schon im vierten Jahrhundert vor Christus festgestellt habe, passt laut Landrat auch in die heutige Zeit. Die ernste Mühe, sprich "harte Arbeit", hätten die Abiturienten in den vergangenen Monaten auf sich genommen und inzwischen auch erfolgreich bewältigt, so Wilhelm Schneider. Daher stand bei der Feier Optimismus auf dem Stundenplan: "Sie haben Ihr Abitur bestanden und damit Ihre Schulzeit erfolgreich abgeschlossen", gratulierte der Landrat. Der Dank Schneiders galt den Eltern für die jahrelange Förderung und Unterstützung, aber auch der gesamten Schulfamilie des Regiomontanus-Gymnasiums.


Ein neues Kapitel

Schneider ist sich sicher, dass die Abiturienten ein neues, unbekanntes Kapitel aufschlagen, nachdem sie eine Menge Wissen an der Schule erworben haben. Mit dem Abiturzeugnis in der Hand öffneten sich viele Türen und es liege an jedem einzelnen selbst, sich in der Welt zu behaupten und seine persönlichen Ziele zu erreichen. Bei all den vielen Veränderungen, die nun auf die Abiturienten zukommen, wünschte der Landrat, dass sich die jungen Menschen nicht nur den beruflichen Herausforderungen stellen, sondern auch gesellschaftliches Engagement zeigen.


Für die Region

Der Landrat warb ebenfalls wie der Schulleiter für die heimische Region. Schneider sprach die Hoffnung aus, dass möglichst viele der Schulabgänger ihre berufliche und private Zukunft in der Region finden mögen.


Würdigung der Besten

Bei der Abiturfeier in Haßfurt am gestrigen Freitagnachmittag wurden die besten Schüler ausgezeichnet. Außerdem gab es Preise für besondere Leistungen. Gewürdigt wurden:
Nico Hofmann (Hofheim): Preis des Elternbeirats für die beste Gesamtleistung, Theodora-Hirt-Preis für die Schüler mit der besten Gesamtleistung, Regiomontanus-Preis für die sehr gute Prüfungsarbeit im Fach Mathematik und Flavius-Josephus-Preis (gestiftet von Antje Deusel) für die beste Arbeit im Fach Latein.
Jana Linder (Haßfurt): Preis des Elternbeirats für die beste Gesamtleistung, Theodora-Hirt-Preis für die Schüler mit der besten Gesamtleistung, Preis des Herrenhofbundes für die beste Leistung im Fach Deutsch.
Isabell Schneider (Haßfurt): Preis des Elternbeirats für die beste Gesamtleistung, Theodora-Hirt-Preis für die Schüler mit der besten Gesamtleistung.
David Neubauer (Haßfurt): Regiomontanus-Preis für die sehr gute Prüfungsarbeit im Fach Mathematik, Deutsche Mathematiker Vereinigung für die beste Leistung im Fach Mathematik.
Christian Peppel (Gädheim): Regiomontanus-Preis für die beste Prüfungsarbeit in Mathematik.
Paulina Heumann (Haßfurt): Preis des Herrenhofbundes für die beste Leistung in modernen Fremdsprachen.
Sarah Schaller (Hofheim): Preis der Sparkasse Ostunterfranken für herausragende Leistungen in den Naturwissenschaften (Biologie 15 Punkte) und Bio-Zukunftspreis für herausragende Leistungen im Fach Biologie.
Valentin Feulner (Haßfurt): Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker für besondere Leistungen im Fach Chemie.


Für die Gemeinschaft engagiert

Preise des Herrenhofbundes für besondere Verdienste um die Schulgemeinschaft gingen an Moritz Müller (Haßfurt), An-dreas Scherbach (Haßfurt) und Lukas Welsch ( Haßfurt). cr