Bereits seit 1981 unternimmt die Reisegruppe des Tischtennis-Bezirks Oberfranken Jahr für Jahr eine Mehrtagesfahrt. Diese Reisen führten zu den verschiedensten Anziehungspunkten in Europa und erstreckten sich von Oslo im Norden bis nach Rom im Süden, beziehungsweise von der Bretagne bis nach St. Petersburg. Bisher beteiligten sich insgesamt 151 Reiselustige bei einer Durchschnittsbeteiligung von knapp 45 Personen pro Fahrt an diesen Touren. Heuer ging es bei der 36. Auflage für fünf Tage in die meistbesuchte Stadt Polens, nach Krakau, und anschließend für drei Tage nach Pilsen in Tschechien. Sehenswürdigkeiten, Kultur und Geschichte standen dabei ebenso auf dem umfangreichen Programm wie Ausflüge, Spazier- und Rundgänge.
Als Reiseleiter fungierte wie schon bei der Premiere vor 36 Jahren der Ehren-Bezirksvorsitzende des TT-Verbandes, Joachim Franke aus Kronach.

Obwohl sich die Anfahrt nach Krakau über zwölf Stunden (mit Halts) erstreckte, entstiegen die Teilnehmer frohgelaunt dem Omnibus der Biersack-Reisen Marktredwitz und fieberten den ereignisreichen Tagen entgegen. So lernten sie zum Auftakt das erste von drei besuchten Objekten des UNESCO-Weltkulturerbes kennen, nämlich die Altstadt von „Krakow“ mit dem größten Marktplatz Europas und zahlreichen alten, faszinierenden Kirchen. Großartig der Stadtteil Wawel mit dem königlichen Schloss und die mit bedeutenden Kunstwerken ausgestatte Kathedrale. Der Weg führte weiter ins jüdische Viertel.

Unter die Haut ging den Oberfranken das Konzentrationslager in Auschwitz und das nahe gelegene Vernichtungslager Birkenau. Zwei Orte, die Symbol sind für Terror, Völkermord und Brutalität des 20. Jahrhunderts. Es wird angenommen, dass in dem nationalsozialistischen Lagerkomplex 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden.  

Wesentlich beschaulicher war das schon der vierte Reisetage, als die polnische Winterhauptstadt Zakapone unterhalb der Hohen Tatra und das von der Holzarchitektur geprägte Goralendorf Chocholow besucht wurden.
Neben der Krakauer Altstadt und dem Konzentrationslager ist das Salzbergwerk Wieliczka ein weiteres UNESCO-Erbe. Über Jahrhunderte waren Schächte und Kammern auf elf Ebenen und fast 300 Kilometer Gänge mit einer Tiefe bis 327 Meter ausgehöhlt worden. Ein Prozent dieser Gänge beschritten die Franken auf einer Touristenroute und stauten dabei über die mit Salzskulpturen geschmückten Kapellen, Salzseen, Grubenbauten und Ausstellungen.

Eine Kochvorführung über die polnischen Piroggen (Teigtaschen), bei der die Reisenden selbst eifrig Hand mit anlegten, schloss den wechselhaften Tag ab.

Am folgenden sechsten Tag war nach zehn Stunden Busfahrt die westböhmische Metropole Pilsen erreicht. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass der Besuch der Pilsner Urquell Brauerei – inklusive Besichtigung des Brauereimuseums und der historischen Kelleranlagen – nicht fehlen durfte. Da die Bierkostprobe für manche Frankenwälder nicht ausreichte, war von vorne herein klar gewesen. Dieses „Manko“ abzustellen war aber auf dem großen Areal kein Problem. Dass sich in Pilsen aber nicht alles um den Gerstensaft drehen muss, dies wurde bei einem Stadtrundgang sehr deutlich.

Die Heimfahrt wurde in dem kleinen Städtchen Manetin, die als Barockperle Westböhmens bezeichnet wird, mit einer ausgiebigen Schlossbesichtigung, unterbrochen.

Letztlich klangen acht interessante Tage aus, die den Reisenden noch lange in Erinnerung bleiben werden. Drei von ihnen hatten besonderen Grund zur Freude, denn sie wurden für ihre mehrmalige Mitfahrt ausgezeichnet. Sie erhielten von Joachim Franke Reisekoffer beziehungsweise Wanderrucksack. Die Geehrten waren Hermann Seidl vom TTC Tann (25-malige Teilnahme), Gerald Karnitzschky vom TV 07 Wiesenfeld (20) und Dr. Martin Deffner vom TTC Tiefenlauter (10).

Dass diese 36. Europareise des TT-Bezirks erneut erfolgreich war, hatte auch seinen Grund in den kundigen Stadtführern und dem äußerst umsichtigen Busfahrer Berthold, der immerhin nach der Ankunft in der Heimat 2000 Kilometer zurückgelegt hatte.

Hans Franz