Die Tiere stritten darüber, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei. Für den Fuchs war es der Gänsebraten, für den Eisbär der Schnee, für das Reh der Tannenbaum. Der Pfau wünschte sich ein neues Kleid, die Elster neuen Schmuck, der Bär einen leckeren Stollen. „Weihnachten heißt für mich: Mal richtig pennen“, sage der Dachs. „Und saufen", ergänzte der Ochse. „Mal richtig einen saufen - und dann pennen." „Du Ochse, denkst du nicht an das Kind?", versetzte ihm der Esel einen Tritt. Da senkte der Ochse den Kopf und sagte: „Das Kind - das ist doch die Hauptsache. Wissen das eigentlich die Menschen?"

Auch in diesem Jahr stimmte sich der Kronacher BBSB-Stammtisch im Gasthaus „Frische Quelle“ auf Weihnachten ein. Hierzu hatte sich auch der Seibelsdorfer Pfarrer Matthias Rückert eingefunden, der die „Weihnachtsfabel der Tiere“ vortrug. Jeder habe - so der Pfarrer - große Erwartungen an das Weihnachtsfest. Alle wünschten sich Frieden, Harmonie und ein gutes Miteinander. Wenn dies nicht funktioniere, seien die Menschen enttäuscht. Bei alledem übersähen viele aber das Wesentliche, Jesu Geburt. „Gott ist auf die Erde gekommen. Er schwebt nicht über uns, sondern er ist Mensch geworden - wie du und ich“, meinte der Pfarrer. Er kenne jeden Einzelnen, seine Leiden und Schwierigkeiten. Das sei die Bedeutung von Weihnachten, dass er einer von uns geworden sei - klein und schwach wie wir. Er sei hier bei uns - heute und an allen Tagen. Doch dies merkten viele Menschen nicht.

Auch 2016 hatte der engagierte Stammtisch, dessen Mitglieder aus dem gesamten Landkreis kommen, einen großen Beitrag zur Integration Sehbehinderter geleistet. „Wir haben wieder einiges bewegen können“, freute sich Rainer Hader, der seit acht Jahren den Stammtisch leitet. Zu den durchwegs auf sehr guten Zuspruch gestoßenen Aktivitäten zählten eine Floßfahrt im Mai, ein Tagesausflug nach Bamberg mit Hafenrundfahrt und Dombesichtigung im September sowie ein Ausflug Ende Oktober nach Wunsiedel und in die Lebkuchen-Manufaktur Weißenstadt. Neben dem bewährten Programm werde es - so Hader - 2017 noch eine Reihe von Highlights geben. Am 13. Mai wird auf dem Kronacher Schützenplatz - in Zusammenarbeit mit der Kreisverkehrswacht und dem Fahrschulen-Verband in Landkreis - ein Verkehrssicherheits-Training für blinde beziehungsweise sehbehinderte Menschen stattfinden. Am 15. Juli sind alle Interessierten - sehbehindert oder nicht - zu einer großen Hilfsmittel-Ausstellung der etwas anderen Art mit einem abwechslungsreichen Programm nach Staffelstein geladen. Dabei können beispielsweise Sehende eine entsprechende Blindheits-Simulations-Brille aufsetzen, um sich dadurch für durch Sehbehinderungen verursachte Probleme zu sensibilisieren. Abschließend dankte Hader  allen, die ihn bei seiner Arbeit als Stammtischleiter unterstützten, sowie auch allen Begleitpersonen. Diese seien immer da, wenn man sie brauche.

„Ich habe schnell den Truck genommen, denn es ist kein Schnee gekommen. Drum blieb der Schlitten dieses Jahr zuhaus, die Rentiere ruhen sich heuer aus“, dichtete der Nikolaus (Siggi Winkler), der sich auch heuer wieder gerne zum  Stammtisch gesellte. Aus einem roten Buch las er vor, was sich das ganze Jahr alles ereignet hatte. „Ausflüge in alle Himmelsrichtungen habt ihr unternommen, und allesamt waren sie gelungen“, freute er sich. Dabei fand er fast ausschließlich lobende Worte für die Mitglieder. Einen Kritikpunkt hatte er aber doch;  könnten doch die Mitglieder bei den Veranstaltungen manchmal etwas geduldiger und aufmerksamer sein. „Doch kommt´s drauf an, halten alle zamm wie Pech und Schwefel“, schlug der Nikolaus wieder versöhnliche Töne an. Da er ansonsten sehr zufrieden mit den Anwesenden war, gab es für sie alle natürlich trotzdem schöne Geschenke. Sein großer Dank gebührte insbesondere dem Haus- und Hoffotografen Jochen Spindler, dem „Frische-Quelle“-Chef Thomas Welscher sowie vor allem Rainer Hader. Der Stammtischleiter zerbreche sich oft den Kopf und lege sich mächtig ins Zeug, um den  Mitgliedern etwas zu bieten. „Ohne ihn wärs ziemlich fade, und um diesen Stammtisch sehr, sehr schade. Drum haltet ihm auch weiterhin die Stange, so währt der Stammtisch auch noch lange“, appellierte er.
      
Das weihnachtliche Programm wurde getragen von festlichen Liedern sowie Gedanken und Geschichten zur schönsten Zeit des Jahres. Die Weihnachtsgrüße der Stadt Kronach übermittelte Dritter Bürgermeister Markus Wich. Leider werde - laut Wich - in der stressigen Adventszeit oft die eigentliche Bedeutung des Weihnachtsfestes vergessen: Die schönste Geschichte der Menschheit, die Geburt des Kindes im Stall. Er las das Gedicht „Weihnacht wie es früher einmal war“ vor. Stellvertretender Landrat Bernd Steger lobte das Engagement der Verantwortlichen. Diese leisteten viel für ihre Mitglieder, gerade auch im zwischenmenschlichen Bereich. Die Städte und Gemeinden im Landkreis bemühten sich sehr um eine Verbesserung der Barrierefreiheit.  Der stellvertretende oberfränkische BBSB-Bezirksgruppenleiter Jörg Grünbeck dankte für das gute Miteinander. Für die musikalische Umrahmung sorgte Siggi Winkler mit seinem Akkordeon.