Grün ist er und rund: Der Adventskranz hat vier dicke Kerzen und er begegnet uns Jahr für Jahr - genau wie viele weitere Traditionen - in der vorweihnachtlichen Zeit. Doch vorher kommen diese Bräuche eigentlich, was sind ihre Hintergründe? - Diesen Fragen gingen am Sonntagabend die Jungen und Mädchen der Katholischen Jugendgruppe www.have a look @st bei ihrer stimmungsvollen Andacht nach. Abgehalten wurde diese, nunmehr im sechsten Jahr in Folge, wieder - neben dem TSV-Sportgelände - auf der in ein sanftes Licht getauchten Wiese der Familie Jakob. Hier fanden sich auch heuer wieder viele Gäste ein, die sich zunächst an einer rund 30-minütigen Andacht als kleine Oase der Ruhe und Stille in dieser so hektischen Zeit erfreuen konnten - sowie im Anschluss an einem kleinen Adventsbasar mit gemütlichem Beisammensein und dem Besuch des Christkinds.   
Der Adventskranz wurde erstmals in Norddeutschland Ende des 19. Jahrhunderts populär. In katholischen Gegenden wurde er erst im 20. Jahrhundert - vor allem nach dem Ersten Weltkrieg - übernommen. Ursprünglich stammte der Brauch - so die Jungen und Mädchen in ihren Nikolaus-Zipfelmützen - vom Gründer des Evangelischen Hilfswerks, Johann Hinrich Wichern (1808 - 1881). Dieser zelebriere im „Rauhen Haus“ in Hamburg gemeinsam mit verwaisten Kindern Adventsandachten, bei denen jeden Tag eine zusätzliche Kerze in einem riesigen Holzkronleuchter angezündet wurde - bis an Heilig Abend alle Kerzen in der Dunkelheit leuchteten. Heute ist das Binden eines Kranzes aus Tannenzweigen mit vier Kerzen eine weit verbreitete Sitte. An jedem der vier Adventssonntage wird eine Kerze angezündet, bis am letzten alle vier Kerzen leuchten. Dies kann mit dem Adventskranz aus dem „Rauhen Haus“ in Verbindung gebracht werden, da auch dort die Kerzen der Adventssonntage größer waren. Der grüne Kranz symbolisiert nicht nur Leben und Hoffnung, sondern stellt auch den Sieg des Lebens über den Tod dar. Die grünen Zweige können als (Sieges-)Kranz in Verbindung gebracht werden, der mit einem roten Band geziert wird. Die Kerzen sind oft rot - als Farbe der Liebe. Sie stehen als Symbol für Christus, der als „Licht der Welt“ den Christen Heil bringt. Insofern kündigen die Kerzen die Ankunft des „Lichtes der Welt" an. Strohsterne verweisen auf das Stroh in der Krippe und zeigen auch den Stern, der die Weisen zur Krippe führte. Die Engelsfiguren symbolisieren die himmlischen Heerscharen, während Lametta an Engelshaar erinnert.  

Weitere vorgestellte Bräuche waren unter anderem das Aufstellen von Barbarazweigen am 4. Dezember - dem Gedenktag der Heiligen Barbara, die - der Überlieferung zufolge - enthauptet wurde, weil sie nicht von ihrem christlichen Glauben abließ, sowie das Feiern des Nikolaustags - in Anlehnung an den Heiligen Nikolaus, der zu Beginn des 4.Jahrhunderts als Bischof von Myra in Kleinasien lebte und als segensreicher Wohltäter Notleidende unterstützte. „Beleuchtet“ wurde auch das Öffnen von Türchen am Adventskalender - als Anleitung für Kinder und auch Erwachsene, sich vom 1. bis 24. Dezember Schritt für Schritt auf das Weihnachtsfest einzulassen. Der Weihnachtsstern wird als Schmuck in der Weihnachtszeit in und an Wohnhäusern aufgehängt beziehungsweise auf die Spitze des Weihnachtsbaums gesteckt. Das christliche Symbol soll den Stern von Bethlehem darstellen, der - nach der Darstellung des Matthäusevangeliums - die Weisen aus dem Morgenland zum Stall nach Betlehem führte.

Im Anschluss an die Andacht, bei der auch weihnachtliche Lieder angestimmt wurden, waren alle Gäste in die TSV-Halle zu einer kleinen Adventsfeier mit Basar und gemütlichem Beisammensein eingeladen. Dabei konnten schöne Basteleien sowie weihnachtliche Leckereien erworben werden, die die Mitglieder der Jugendgruppe beziehungsweise deren Angehörige selbst hergestellt beziehungsweise zubereitet hatten. Auch das Christkind hatte wieder seinen Besuch angekündigt und beschenkte die Kinder. Natürlich war auch bei der Adventsfeier für das leibliche Wohl aller Gäste bestens gesorgt.