Schweinfurt — Die Aktiven der Bamberger Rudergesellschaft kämpften bei den 44. bayerischen Meisterschaften in Schweinfurt um Medaillen. Mit über 400 Meldungen in 75 Rennen war die Regatta wieder gut besucht. Die kleine Bamberger Mannschaft überzeugte mit zwei ersten Plätzen.
Bei den Masters der Altersklasse C, Mindestdurchschnittsalter 43 Jahre, hatte die Bamberger RG wie schon bei der Heimregatta einen reinen Vereins-Achter gemeldet. Gegen das Boot vom Münchner RC hatte man sich Chancen ausgerechnet, aber das Rennen fiel dem starken Wind zum Opfer. Der Main zeigte sich ungewohnt rauh, Schaumkronen auf den bis zu 60 Zentimeter hohen Wellen machten einen fairen Wettkampf unmöglich. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Rennen am Samstag abgesagt.
Jakob Roll und Niklas Wagner starteten im Doppelzweier der Junioren-B. Hier waren zehn Boote gemeldet und man musste sich über einen Sieg im Vorlauf für das Finale qualifizieren. Roll und Wagner gingen die Aufgabe engagiert an und hielten lange den Kontakt zu den führenden Booten aus München und Regensburg. Im Ziel hatte man eineス Bootslänge Rückstand auf die Gegner. Das Finale entschied das Boot von der RG München ´72 für sich. Auch wenn sich Roll/Wagner nicht für das Finale qualifizierten, war Trainer Arno Wehle zufrieden: "Die Mannschaft hat hier ihr bestes Rennen der Saison gezeigt."
Mit Eva Ammermann und Antonia Beyer hatte man im Mädchen-Doppelzweier der 14-Jährigen ein ganz heißes Eisen im Rennen. Schließlich hatten Ammermann und Beyer mit Siegen bei den Regatten in Bamberg, Heidelberg und Nürnberg schon ihr Können gezeigt. Dazu kam noch der fantastische 4. Platz beim Bundeswettbewerb in Hürth. Und nachdem man im letzten Jahr nur Platz 2 bei der "Bayerischen" erreichen konnte, gab es für die Mannschaft nur ein Ziel - den Titel. Dem selbst aufgebauten Druck hielt das Duo stand und hatte vom Start weg die Konkurrenz im Griff. Im Ziel lagen Ammermann/Beyer acht Sekunden vor dem zweitplatzierten Boot aus Regensburg. Ganz besonders freut es Sportvorstand Alexander Schock, dass die Mannschaft nun auch in den bayerischen Nachwuchskader berufen wurde und man mit finanzieller Unterstützung bei Lehrgangsteilnahmen rechnen kann.
Ammermann und Beyer gingen auch noch im Einer an den Start. Beyer konnte auf der ungünstigen Außenbahn nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen und wurde Dritte. Ammermann klebte lange am Heck der Regensburgerin Maria-Magdalena Fischer. Aber alle Spurtversuche halfen nichts und am Ende fehlte eine Bootslänge zu Platz 1.
Für ein weiteres Glanzlicht sorgte Wolfram Markert. Zusammen mit Ernst und Wilhelm Kaidel sowie Bernd Müller vom Schweinfurter Ruderclub Franken startete Markert im Masters-Doppelvierer der Alterklasse F, Mindestdurchschnittsalter 60 Jahre. Zur Streckenhälfte hatte man eine gute Länge Vorsprung, musste sich aber im Endspurt den Angriffen der RG München ´72 erwehren. Mit einem Vorsprung von vier Zehntelsekunden fuhren die Bamberger Routiniers als Sieger ins Ziel. Auf Platz 3 kam das Boot vom Donau-Ruderclub Ingolstadt.
Erfolgreichster Verein der Meisterschaft war die RG München ´72. Die 64 Aktiven holten neun Titel. Dazu konnte die RGM auch alle drei Mannschaftswertungen gewinnen und sich den "Bayerischen Löwen" für die Gesamtwertung, den Jugendpokal und den Audi-Pokal für die beste Mannschaft im Seniorenbereich sichern. AS