Auf dem Jura zwischen der Würgauer Höhe und Stadelhofen hat das Unternehmen "Naturstrom" mit dem Bau zweier großer Solarparks begonnen. Zunächst startete der Öko-Energieversorger mit Sitz in Eggolsheim die Umsetzung einer Anlage in Stadelhofen; letzte Woche sind die Bagger dann auch zum Start des Baus auf dem Würgauer Berg angerollt.

Das Landschaftsbild auf dem Jura wird sich dadurch, neben den vielen Windkraftanlagen, die in den letzten Jahren schon bei Würgau, Wattendorf, Königsfeld, Ludwag, Tiefenellern oder Oberngrub entstanden sind, weiter verändern: Auf bislang zumeist landwirtschaftlich genutzten Flächen werden bis zum Jahresende insgesamt 25 000 Solarmodule gen Himmel gerichtet stehen, auf einer Fläche von umgerechnet etwa 22 Fußballfeldern.

Zusammengerechnet sollen die Solarparks jährlich rund 16 Mio. Kilowattstunden Ökostrom erzeugen, was dem Verbrauch von ca. 5000 durchschnittlichen Dreipersonenhaushalten entspricht, so der Bauherr. Dadurch würden der Atmosphäre jährlich etwa 8500 Tonnen CO2 erspart. Durch die zwei neuen Photovoltaikanlagen gehe Oberfranken einen weiteren großen Schritt in Richtung einer Erneuerbare-Energien-Region. Die Solarparks werden vom nahegelegenen Naturstrom-Standort in Eggolsheim aus geplant und realisiert.

Gefragte Gegend bei Investoren

In der Umgebung betreibt Naturstrom bereits zwei Windparks, den Bürgerwindpark Wattendorf sowie den Bürgerwindpark Scheßlitz-Königsfeld. Diese liegen jeweils beide in Luftlinie etwa fünf Kilometer von den geplanten Solarparks entfernt. Die Windräder allerdings, die schon in unmittelbarer Nähe des künftigen Solarparks auf der Würgauer Höhe stehen, gehören nicht zu Naturstrom. Diese hatten die Erlanger Stadtwerke gebaut.

Die Lage der Anlagen ist günstig: Es entstehen Synergien wie etwa die gemeinsame Nutzung des bestehenden Einspeisepunktes am Umspannwerk Würgau.

Der Naturstrom-Vorstandsvorsitzende Thomas Banning sagt zu dem Neubau-Projekt: "Unsere zwei neuen Solarparks sind für die Weiterentwicklung der Energiewende in der Region von großer Bedeutung. Das Dreieck Scheßlitz - Wattendorf - Königsfeld wird dadurch zu einem regelrechten Klimaschutz-Champion, nicht nur im Landkreis Bamberg, und beweist, dass dezentrale Energiewende funktioniert."

Zusammengerechnet können die bestehenden Naturstrom-Windparks und die zwei neuen Solarparks Firmenangaben zufolge rund 40 000 Dreipersonenhaushalte mit sauberem Ökostrom versorgen. Rechnerisch produzieren die vier Öko-Kraftwerke in der Region damit zukünftig eine Strommenge, die ca. 50 Prozent des Verbrauchs aller Privathaushalte im gesamten Bamberger Landkreis entspricht.

Zusammen 16 Hektar groß

Der Solarpark bei Würgau/Scheßlitz hat eine Fläche von 8,5 Hektar, auf denen in den nächsten Monaten über 18 000 Module installiert werden. Die Leistung beträgt ca. 8,2 Megawatt (MWp), der Jahresertrag etwa 8 200 000 Kilowattstunden (kWh).

Die Anlage bei Stadelhofen hat eine Größe von ca. 7,5 Hektar, worauf in Zukunft über 17 000 Module mit einer Leistung von 7,85 MWp stehen werden. Der Jahresertrag beträgt hier etwa 7 900 000 kWh. Geplante Inbetriebnahme der Anlagen ist Ende 2020.

Die Naturstrom AG wurde eigenen Angaben zufolge 1998 in Düsseldorf gegründet und hat 400 Mitarbeiter an 13 Standorten. Das Unternehmen versorge mit mehreren Marken mehr als 300 000 Haushalte, Unternehmen und Institutionen mit Energie. Damit sei Naturstrom einer der führenden Öko-Energieversorger in Deutschland. red