Das neue Musik-Duo Heiter & Schatz ist am Sonntag, dem 10. Juli, ab 18 Uhr am Schlossplatz in Neudrossenfeld zum Straßenfest zu Gast. Wenn die deutsche Nationalmannschaft ins EM-Finale kommen sollte, wird der Beginn vorverlegt und noch bekanntgegeben. Vorab haben wir ein Gespräch mit den beiden Musikern Thomas Schönheiter (Neuenreuth am Sand/Mainleus) und Wolfgang Bodenschatz (Bubenreuth/Erlangen) geführt.

Bayerische Rundschau: Wolfgang, Du hast ja über einen längeren Zeitraum mit Deinem Partner Manfred "Bolle" Grabolle zusammengespielt. Was war der Grund dafür, dass das sehr erfolgreiche Duo getrennte Wege ging?
Wolfgang Bodenschatz: Wir haben uns 1989 kennengelernt und von da an zunächst in verschiedenen Besetzungen und später vor allem als Bolle & Schatz zusammengespielt. Das ist eine sehr lange Zeit, gute 25 Jahre. Nennen wir es mal "Beziehungsmüdigkeit". Wir sind auch sehr verschiedene Typen, die ganz unterschiedlich ticken. Eigentlich erstaunlich, dass es so lange gut gegangen ist.

Was macht Manfred Grabolle heute?
Er hat noch mal ein Lehramtsstudium in Bayreuth absolviert in Informatik und Wirtschaft und arbeitet gegenwärtig als Referendar in einer Realschule in Ebern.

Wie lange bist Du eigentlich schon in der Musikbranche tätig und wo hast Du Deine ersten Gehversuche als Musiker gemacht?
Als 14-Jähriger habe ich mit meinem Freund Harald Gareis bei Feierlichkeiten der Feuerwehr Elbersreuth im Gasthaus Bodenschatz gespielt. 1965 mit Freunden in Beat-Band-Besetzung mit einem Röhrenradio als Gitarrenverstärker beim Kinderfasching im Gasthaus "Zur Sonne" in Enchenreuth. 1966 habe ich die Beat-Band The Vampires mitgegründet. Danach gab es Auftritte im Vereinshaus Kulmbach und diversen oberfränkischen Tanzsälen. Mit 17 wurde ich von The Silhouettes abgeworben, vermittelt durch Rainer Beck, und seit dieser Zeit besteht auch eine lose Bekanntschaft zu Thomas Gottschalk.

Die Musik ist Dein Leben. War das auch der Grund, deinen sicheren Job als Pädagoge in Berlin aufzugeben?
Seit den ersten Banderfahrungen in den 60er Jahren war es mein Traum, beruflich Musik zu machen. In Salzburg habe ich am "Abendgymnasium für Berufstätige" das Abitur nachgeholt, dann in Berlin studiert und in den 80er Jahren als Hauptschullehrer bis 1989 in Berlin-Kreuzberg gearbeitet. Ich glaube, ich habe diesen "Umweg" für mein Selbstbewusstsein gebraucht. Erst im Alter von 39 Jahren war ich reif für den Wechsel vom Lehrer zum Musiker.

Warum bist Du eigentlich bei Deinen "Silhouettes" ausgestiegen?
Nach ihrer "Wiedererweckung" in den 1990er Jahren haben die Silhouettes zunächst vier bis fünf Konzerte pro Jahr gespielt. Mit der Zeit wurde das immer mehr und ließ sich irgendwann nicht mehr mit meiner berufsmusikalischen Tätigkeit verbinden. Mit anderen Worten: Die Gagen einer Band mit 6-8 Mitgliedern fallen nicht eben üppig aus - und das bei einem großen Arbeitsaufwand. Insofern musste ich das realistisch und finanziell abwägen.

Wie oft bist Du in der Woche für Deine Musik unterwegs?
Zur Zeit recht häufig, weil die Saison begonnen hat. Von Oktober bis März gibt es vergleichsweise weniger zu tun, aber zum Glück ausreichend genug.

Was gibt Dir die Musik auch heute noch?
Ich liebe diesen Beruf mehr denn je und schätze mich glücklich, dass ich schon so lange damit meinen Lebensunterhalt - und was man darüber hinaus so braucht - verdienen kann.

Thomas, wo warst Du bisher musikalisch unterwegs?
Thomas Schönheiter: Begonnen hat alles auf privaten Partys in den frühen 70ern, mit Musik von Cat Stevens, Simon & Garfunkel, den Beatles und wie sie alle hießen. Der erste wirkliche Auftritt mit Band fand dann erst im Februar 1990 mit den neu gegründeten Dettlaff-Brothers statt. Die Musikrichtung änderte sich etwas - ein paar Klassiker von CCR, eine Prise Bluegrass und Country. Der Sänger war ein Amerikaner, Daniel T. Coates. Mit ihm machte ich auch weiter Musik, nachdem sich die Dettlaff-Brothers aufgelöst hatten. Dann stieg ich bei der Band "Amarillo" mit ein und ein paar Jahre später auch bei "Sebbo & the Washboardbellies". Mit Amarillo und Daniel T. Coates bin ich immer noch oft unterwegs, teils auch auf Festivals von Dänemark über Österreich, der Schweiz und Frankreich bis nach Spanien. Vor etwa zehn Jahren stellte ich mir ein Soloprogramm zusammen und bin seither unter dem Namen Tomac Solo zu hören.

Du bist ja ein sehr vielseitiger Musiker. Welche Instrumente spielst Du?
Ich spiele Gitarre, Bass, Klavier und etwas Akkordeon.

Wie habt ihr Zwei euch gefunden?
Wolfgang kam auf mich zu und fragte mich, ob ich nach dem Weggang von Manfred Grabolle mit ihm im Duo auftreten wollte. Wir kannten uns seit einem Konzert von Bolle & Schatz vor vielen, vielen Jahren.

Welche Musik spielst Du am liebsten?
"Am liebsten" gibt es eigentlich nicht. Ich spiele gerne Musik aus den 60ern und 70ern, aber auch gern aktuelle Sachen.

Heiter und Schatz ist ein schöner Name für das Duo. Ich gehe davon aus, der Name war sehr schnell gefunden, oder?
Wie gesagt spielte Wolfgang viele Jahre mit Manfred Grabolle unter dem Namen "Bolle & Schatz". Es war dann einfach ein Vorschlag von Wolfgang, dass wir uns "Heiter & Schatz" nennen könnten.

Das Gespräch führte unser Mitarbeiter Werner Reißaus.