"Heute ist ein besonderer Tag, den es zu feiern gilt", begrüßte Bürgermeister Michael Bergrab (ÜPL) die Gäste bei der offiziellen Übergabe des neuen Trabelsdorfer Feuerwehrautos - genauer gesagt des neuen HLF 10. Bergrab betonte: "Nicht die Feuerwehr, sondern die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde benötigen ein funktionierendes Feuerwehrwesen."

Nicht selbstverständlich

Es sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr, im Ehrenamt tätig zu sein und dabei das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, sagte Bergrab weiter. Deshalb gebühre allen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern sein größter Respekt. Neben der Zweckmäßigkeit und Funktionnalität attestierte er dem neuen Fahrzeug zudem noch eine motivierende Wirkung auf die Einsatzkräfte.

Die Ausrüstung sei nun technisch auf dem neuesten Stand. Das Feuerwehrwesen koste aber auch Geld. Für kleine Gemeinden sei diese finanzielle Bewältigung durchaus eine große Herausforderung. Trotzdem erfolgte - aufgrund eines im Jahr 2015 für die gesamte Verwaltungsgemeinde erstellten Konzepts - am 1. Februar 2016 der einstimmige Beschluss des Gemeinderats, den Kauf eines neuen HLF 10 für die Feuerwehr Trabelsdorf zu bewilligen.

344 000 Euro hat das HLF 10 die Gemeinde Lisberg gekostet, um damit die Feuerwehr Trabelsdorf mit modernstem Equipment auszurüsten.

Der kirchliche Segen wurde in einem Freiluft-Gottesdienst auf dem Schlossplatz von Pfarrerin Hedwig Deinzer erteilt. Ihre Predigt stellte sie unter dem Aspekt "Die ewige Suche des Menschen nach Anerkennung", wobei sie die Vorbildfunktion der Feuerwehr und deren ehrenamtliches Engagement hervorhob. Der Gottesdienst wurde vom Posaunenchor Trabelsdorf unter der Leitung von Klaus Hirschlein musikalisch umrahmt.

Große Herausforderungen

Kreisbrandinspektor Friedrich Riemer zeichnete in seiner Laudatio ein durchaus realistisches Bild der Feuerwehr. Er stellte den Begriff "Anerkennung" im Hinblick auf Ehrenamt und Brandschutz heraus.

Er spannte einen Bogen von leuchtenden Augen im Kindesalter beim Anblick eines Feuerwehrautos über den Traumberuf im jugendlichen Alter bis hinzu den schwindenden Zahlen hinsichtlich der Feuerwehr-Mitgliedschaft im Erwachsenenalter.

Gewappnet für die Zukunft

Dennoch habe Lisberg seine Hausaufgaben gemacht und sich der Verantwortung gestellt, die eine Gemeinde für die Ausrüstung ihrer Feuerwehr tragen muss, so Riemer. Das HLF 10 wappne die Wehr für die Zukunft. Seine Feuertaufe habe das Gefährt bereits bestanden.

Kommandant Stephan Düßel erläuterte abschließend, dass das Vorgängermodell (LF 8) älter sei als die meisten Diensthabenden der Feuerwehr Trabelsdorf. Nach 31 Dienstjahren entspreche dieses Fahrzeug einfach nicht mehr den Anforderungen im Feuerwehrwesen. Neue Technik führe schließlich zur Steigerung der Effizienz im Einsatz. Ausgerüstet mit 290 PS, Allrad, neun Sitzplätzen und einem 1000-l-Wassertank sehe sich die Trabelsdorfer Feuerwehr für die Zukunft gut gerüstet. "Das HLF ist viel Geld wert. Doch noch mehr wert sind die Menschen, die damit im Einsatz sind und ihr eigenes Leben für ihre Mitmenschen riskieren", sagte Düßel und bedankte sich in diesem Zusammenhang bei der Gemeinde Lisberg, die stets ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr habe. Auch die neu gegründete Kinderfeuerwehr liege der Gemeinde Lisberg sehr am Herzen. Aus diesem Grund war der Erlös der Tombola, die es beim anschließenden Apfeldorffest gab, für die Arbeit mit den jüngsten Brandschützern der Gemeinde bestimmt. Karin Geyer