Marion Krüger-Hundrup Tausende Menschen nehmen sonst am traditionellen Karfreitagsbittgang um fünf Uhr morgens ab der Oberen Pfarre teil. Gestern musste er wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Wenige allein auf dem Weg

Doch einige Bamberger machten sich allein auf den Weg von Kreuz zu Kreuz: Mit einem unsichtbaren, prall gefüllten Rucksack voller Sorgen um nahestehende Menschen, die in diesen Wochen nicht besucht werden können, um Angehörige in den Altenheimen und Krankenhäusern, um den Arbeitsplatz, um ihre Existenz. Um Familien, die die erzwungene Enge nicht ertragen. Um Kinder, die unter Gewalt und Missbrauch leiden. Um die von der Welt vergessenen Flüchtlinge, Hungernden. Flehende Bitten um Erbarmen wurden gen Himmel geschickt.

Ob am Ende des Weges all diese unsichtbaren Rucksäcke leichter, leerer geworden sind? Die gewöhnlichen Abläufe des Lebens sind derzeit zu gestört. Die Gemeinschaft der Mitbetenden fehlte. Doch wer pilgerte - so wie Vater und Sohn am Kreuz an der Burgheimer Lage - nahm eine gläubige Gewissheit mit nach Hause: Gott lässt Ostern nicht auch noch ausfallen!