Der Wandel zur E-Mobilität geht noch etwas schleppend voran – auch weil vielerorts die passende Infrastruktur fehlt: Ladesäulen sind häufig noch Mangelware. Die Verantwortlichen der Stadtwerke Lichtenfels wollen diesen Mangel beheben und bieten seit dem 1. August ein Förderprogramm für Ladesäulen an. Auch sogenannte Wallboxen für die private Garage sind förderfähig.

Voraussetzungen

"Es geht um die Unterstützung alternativer Antriebe", erklärt Heiko Griebel von den Stadtwerken. Konkret heißt das 300 Euro Fördergeld für eine E-Ladestation – sofern der Antragsteller die Voraussetzungen erfüllt. "Eine Förderung durch die Stadtwerke Lichtenfels ist nur dann möglich, wenn der Antragsteller registrierter Stromkunde bei uns ist", sagt Griebel. Das bedeutet, dass er den sogenannten "Korbstrom" der Stadtwerke beziehen muss. "Das ist ein zertifizierter Ökostrom", ergänzt Dietmar Weiß, Werkleiter der Stadtwerke. Das sei deshalb wichtig, weil E-Mobilität nur dann klimafreundlich sein könne, wenn der Strom zum Laden CO2-neutral sei.

Eine weitere Förderbedingung ist, dass sich die geförderte Ladesäule im Lichtenfelser Stadtgebiet befindet. Ebenfalls förderfähig sind sogenannte Wallboxen, also kleine Ladestationen, die an der Wand befestigt sind. Mit denen kann der Besitzer eines Elektroautos sein Gefährt direkt zuhause laden. Eine Installation des Geräts durch einen Fachbetrieb ist jedoch zwingend notwendig – nur dann kann sicher und effizient geladen werden: Mit bis zu 22 kW hat eine Wallbox wesentlich mehr Leistung als herkömmliche Haushaltssteckdosen. Die sind für das Laden von Elektro-Autos nicht dauerhaft geeignet. Im schlimmsten Fall kann die hohe Belastung zum Verschmoren oder zu Kabelbrand führen.

Wo gibt's den Förderantrag

Um den Zuschuss zu erhalten, ist ein Antrag auszufüllen. Die Vorlage hierzu kann man bei den Stadtwerken Lichtenfels im Eichenweg 15 beantragen oder auf der Internetseite www.stadtwerke-lichtenfels.de herunterladen. Sind zudem der Nachweis über Kauf und Einbau einer Ladestation erbracht, und das Inbetriebnahmeprotokoll eines eingetragenen Elektrofachbetriebes vorgelegt, steht der Förderung nichts mehr im Weg.

Der Kunde bekommt maximal vier Jahre lang jeweils 75 Euro auf seine Jahresverbrauchsabrechnung gutgeschrieben.

Wer keine eigene Lademöglichkeit hat, kann die öffentlichen Anlaufstellen der Stadtwerke nutzen – derer gibt es fünf im Stadtgebiet. So steht beispielsweise eine Ladesäule am Landratsamt. Hinzu kommen jeweils zwei Wallboxen im Parkhaus "Oberes Tor" sowie im Parkhaus "Unteres Tor". Auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke und am Rathaus Lichtenfels ist ebenfalls jeweils eine Wallbox zu finden.

Die Vision 2030

"Im Rahmen des Mobilitätskonzepts der Vision 2030 kam der Anstoß zur Einführung der Initiative", teilt Griebel mit. "Das ist nur eines von vielen Handlungsfeldern innerhalb der Vision", erklärt Weiß. Die soll eine Vorstellung davon geben, wie das Leben in Lichtenfels im Jahr 2030 aussehen soll. Die Verantwortlichen – unter anderem die drei Bürgermeister, Mitglieder des Stadtrates sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Stadtwerke – unterscheiden hierin verschiedene Handlungsfelder: Städtebau, Ökologie, Bildung, Wirtschaft oder das Projekt "sozialintegrative Stadt". Aber auch die Mobilität ist ein großes Thema. Insbesondere eine "flächendeckende Anbindung der Ortschaften", die "Vernetzung der Verkehrsträger" und das Senken der Emissionen seien hierbei die Kernpunkte. "Man muss das auf die Zukunft sehen – das wird schon länger laufen", sagt Weiß auch in Bezug auf die Fördermaßnahme. Er hofft, dass mit wachsender Bekanntheit des Angebots auch die Zahl der Anträge steigt.