Das Thema Wasserrecht stand im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung in Wattendorf. Die Gemeindeteile Wattendorf und Schneeberg sollen über eine Verbundleitung an die Kläranlage Scheßlitz angeschlossen werden, Bojendorf und Mährenhüll an die Kläranlage Weismain, beschloss jetzt das Gremium.

Zum Hintergrund: Ende 2018 wurde vom Freistaat Bayern ein Förderprogramm (RZWas 2018) geschaffen, durch das Gemeinden in den Genuss von Zuschüssen kommen können, wenn sie bestehende Anlagen sanieren bzw. neue Verbundleitungen schaffen. Der Gemeinderat hatte daraufhin im Mai 2019 eine Studie für die Abwasseranlagen der Gemeindeteile Wattendorf, Schneeberg, Bojendorf und Mährenhüll in Auftrag gegeben. Ziel der Studie war es, eine wirtschaftliche Lösung für die Abwasseranlagen zu finden, auch um Zuschüsse beantragen zu können. Die VG-Verwaltung wird beauftragt, den Zuschussantrag beim Wasserwirtschaftsamt zu stellen. Wenn die Fördermöglichkeiten geklärt sind, will die Gemeinde darüber detailliert in einer Bürgerversammlung Anfang 2021 berichten - vorausgesetzt, die Corona-Regeln lassen dies zu.

Gebühren sinken

Ebenfalls auf der Tagesordnung stand die 5. Satzung zur Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung der Gemeinde Wattendorf. Die Einleitungsgebühren für den Gemeindeteil Schneeberg müssen neu kalkuliert werden. Der Neukalkulation wurde ein vierjähriger Kalkulationszeitraum zugrunde gelegt, woraus sich eine Gebühr in Höhe von 8,01 €/m³ errechnet. In der Gebühr berücksichtigt sind die Fehlbeträge aus 2019 und 2020.

In der Diskussion einigten sich die Räte darauf, dass auf der Grundlage eines zweijährigen Kalkulationszeitraums eine Gebühr von 7,39 Euro pro Kubikmeter festgesetzt werden soll. Das Gremium ging davon aus, dass durch einen möglichen Anschluss an Scheßlitz die Gebührenhöhe künftig niedriger wird und eine Querfinanzierung nicht mehr nötig sein werde.

Der Verein Region Jura-Scheßlitz möchte seine Öffentlichkeitsarbeit auf Vordermann bringen. Dabei ist für die Jahre 2021/22 mit Kosten von rund 60 000 Euro zu rechnen. Der Fördersatz beträgt derzeit 75 Prozent. Die Eigenmittel von rund 15 000 Euro sollen nach dem Verteilungsmaßstab wie die Umsetzungsbegleiter (50 Prozent zu gleichen Teilen auf die vier Gemeinden und 50 Prozent nach Einwohnern, wobei der Stadtbereich Scheßlitz unberücksichtigt bleibt) erfolgen. red