"Zur Ruhe kommen", so lautete das Thema am späten Sonntagnachmittag beim Konzertgottesdienst zum Ferienbeginn auf der Seebühne im Kurpark. Für die musikalischen Leckerbissen sorgten Suzan Baker und Dennis Lüddicke. Bei "Halleluja" sprang der Funke auf die Besucher über. Sehr gut war dieser Konzertgottesdienst besucht, waren alle durch die Corona-Auflagen zur Verfügung stehenden 195 Sitzplätze belegt.

Zum Beginn der Sommerferien sind viele Menschen unterwegs, die Ruhe für Leib und Seele suchen, Ruhe, die sie auch im Gottesgarten am Obermain finden.

"Wir wollen uns dazu heute auf eine innere Entdeckungsreise begeben. Und wer weiß, vielleicht finden wir ja auch ein kleines Stück Ruhe direkt hier", so Pfarrerin Anja Bautz von der ökumenischen Kur- und Urlaubsseelsorge Bad Staffelstein. Gemeindereferent Matthias Beck und die evangelische Seelsorgerin Anja Bautz durchleuchteten zunächst das Thema "Ruhe und Unruhe" aus Sicht der Wissenschaft, der Psychologie, und im Hinblick darauf was die Bibel dazu sagt. "Wir alle leben in einer Welt, die sich mit einer beängstigend hohen Geschwindigkeit dreht. Manche Menschen lieben diese Geschwindigkeit und sind auch in Momenten größter Belastung zu Höchstleistungen fähig. Andere setzen der Dynamik ihr eigenes Tempo entgegen", so Beck.

"Aber warum belastet Stress so sehr?", fragte Gemeindereferent Beck in die Menge. "Unter Stress aktiviert der Körper die Ausschüttung verschiedener Hormone, in deren Folge der Blutzuckerspiegel steigt, unsere Muskeln einen Energieschub bekommen, wir leistungsfähiger und hellwach sind. Eigentlich prima - es sei denn, dem Energieschub folgt keine kleine Erholungsphase, in der die Stresshormone wieder abgebaut werden. Bleibt diese Erholung über eine längere Zeit aus, hat das Folgen für unseren Körper", erklärte Matthias Beck. Was sagt denn da die Bibel?

"Das englische Wort für Ferien und freie Zeit heißt ,Holy-Days' - geheiligte Tage. Da steckt die Erinnerung an den Anfang der Bibel drin, die Schöpfungsgeschichte Genesis. Der Sabbat war das letzte, was der Schöpfer schuf, der Höhepunkt der Schöpfungswoche. Urlaub und freie Zeiten sind das Ziel der Schöpfung. Das ist auch heute aktuell", so Anja Bautz.

"Ruheraum ist wichtig, deshalb ist auch gleich am Anfang der Bibel davon die Rede. Natürlich mussten die Menschen auch schon zu biblischen Zeiten arbeiten und sich anstrengen. Und so setzt Gott an den Anfang seinen Sabbat, seine Ruhezeit", berichtete Anja Bautz. Auf die Frage, wo Matthias Beck seine Ruhe findet, antwortet er: "Meine innere Ruhe finde ich paradoxerweise in der Bewegung. Die Suche nach Abstand vom Alltag hat mich schon immer in Bewegung gebracht. Viele Methoden greifen auf diesen Ansatz der Entspannung durch Bewegung zurück", so Beck.