Manchmal schreibt der Zufall Geschichte oder hilft zumindest dabei, sie dingfest zu machen. In Ebern hat Elisabeth Söhnlein bei Gartenarbeiten im Frühjahr einen länglichen grauen Stein gefunden. Andere hätten ihn vermutlich achtlos weggeworfen. Basaltbrocken gibt es in der Gegend zuhauf. Der früheren Lehrerin aber kam die Form auffällig vor. Sie forschte nach. Ihr Instinkt trog nicht. Oskar Gehring aus Losbergsgereuth, als Spezialist für Bodenfunde seit Jahrzehnten ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege, erkannte ein Steinbeil aus der mittleren Steinzeit, wohl 6000 bis 7000 Jahre alt. Abgenutzt zwar, aber immerhin! Kreisheimatpfleger Günter Lipp wertet den Fund als "kleine lokalgeschichtliche Sensation", sei damit doch bewiesen, dass in Ebern - bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte steinzeitlicher Bodendenkmäler - damals schon Menschen lebten. Fleißig waren sie offenkundig obendrein. eki