Einen Zeitsprung zurück ins Spätmittelalter konnten Kinder am Sonntag im Stadtmuseum unternehmen. Hier wurde die Tradition Herzogenaurachs als Tuchmacherstadt lebendig. Mitmachangebote für die ganze Familie begeisterten Jung und Alt. Zunächst ging es auf Tuchfühlung mit den geduldigen Wollproduzenten, die sich auf der kleinen Wiese im Schatten des Spitals gemütlich eingerichtet hatten. Der Rohstoff Schafwolle konnte so hautnah am lebenden Objekt erfahren werden, heißt es in einem Bericht des Museums.
Viele Arbeitsgänge sind notwendig, um aus der Rohwolle warmen Stoff herzustellen: Scheren, Waschen, Färben, Wolfen, Krempeln, Spinnen, Weben und Walken. Die wichtigsten Arbeitsschritte probierten die Kinder spielerisch dank des Teams der Tierbrücke selbst aus und fertigten Filzprodukte, die sie als bleibende Erinnerung mit nach Hause nahmen.


Spindeln aus CDs und Bierdeckeln

Vor dem Stadtmuseum stand für den nächsten Arbeitsschritt Jutta Leykauff bereit, die aus CDs, Holzstäben und Bierdeckeln mit den Kindern die im Mittelalter typischen Handspindeln bastelte; diese dominierten, bis das Spinnrad erfunden wurde. Auf den selbst gefertigten, bunt bemalten Handspindeln konnte dann die selbst geschorene, gewaschene und kardierte Wolle von den Kindern versponnen werden.
Auch den strenggehüteten Geheimnissen der Schönfärber gingen die Kinder auf den Grund. Viel Interessantes über die unterschiedlichen Färberpflanzen galt es im Stadtmuseum zu entdecken. Bei einer Schauspiel-Führung mit dem Färbergesellen Sebastian Seidenfaden durch das von seinem Onkel Cunz Reyther gestiftete Pfründnerspital wurde Herzogenaurachs Blütezeit der Tuchmacher und Färber lebendig. red