Kreis Forchheim — Am Freitag, 2. Oktober, begehen die Mitglieder der deutschen Ordensprovinz der Salvatorianer in Weismain, dem Geburtsort ihres ersten bedeutenden Missionars, P. Otto (Lorenz) Hopfenmüller (1844-1890), ihr 125-jähriges Missionsjubiläum.


Erste Missionare ausgebildet

Am 17. Januar 1890 wurden in Rom vom Gründer des Ordens, P. Franziskus Maria vom Kreuze Jordan, die ersten vier Missionare in das Missionsgebiet Assam (Nordindien) entsandt. Dabei waren der 1844 in Weismain geborene P. Otto Hopfenmüller, ein Missionspionier der ersten Stunde, und Bruder Marianus Schumm aus Tiefenhöchstadt/Leesten, die allerdings beide schon im August 1890 starben.
Im Gedenken an den Beginn der Missionsarbeit hat der Ordensgeneral P. Milton Zonta SDS, ein "Salvatorianisches Missionsjahr" ausgerufen, das am 17. Januar in Rom eröffnet wurde. Jetzt findet es mit dem Gemeinschaftstag der Salvatorianer in Weismain einen weiteren Höhepunkt.
Um 11 Uhr findet in der Pfarrkirche in Weismain ein Pontifikalamt mit Erzbischof Ludwig Schick statt. Den Tag beschließt um 16.45 Uhr eine Vesperandacht, die ebenfalls in der Pfarrkirche stattfinden wird.
Hopfenmüller wurde 1844 im Haus Burgkunstadter Straße 29 (heute Arztpraxis Christopher Kirsten) als sechstes von zwölf Kindern des "Ökonomiebürgers" und Schuhmachers Friedrich Hopfenmüller und seiner Frau Marianna Jacob geboren. Nach Theologiestudium, Priesterweihe 1866 in Bamberg und Doktorpromotion in Würzburg wurde er Kaplan in St. Martin in Bamberg und 1872 Gründer des Bamberger Volksblattes.
Die Zeichen der Zeit erkennend, äußerte er sich klar in der katholischen Presse, wurde von den Gegnern und der antikirchlichen Presse als "Pulver- und Petroleumkaplan" beschimpft und nach Gefängnisaufenthalten 1878 nach Reichmannsdorf im Steigerwald strafversetzt.


Pfarrer in Seußling

Anfang 1882 wurde er Pfarrer in Seußling. In beiden von großer Armut und Bettelei geprägten Orten widmete er sich intensiv und konsequent der Armenpflege und der sozial-caritativen Arbeit, bis er von 1886 an den Ruf verspürte, Missionar zu werden. Nach dem Tod der Eltern trat er 1887 in die neu gegründete katholische Lehrgesellschaft (später Salvatorianer) in Rom ein und wurde 1890 mit drei weiteren Männern nach Assam/Shillong (Nordindien) entsandt. In Seußling, Sassanfahrt, Trailsdorf, Altendorf, Pettstadt, Bamberg, Altenkunstadt Kronach und vielen anderen Orten hatte er zahlreiche Förderer der Missionsarbeit.


"Fromm und feurig"

Mit P. Engelbert Heilmann aus Pinzberg wurde 1914 der dritte Salvatorianer aus der Erzdiözese geweiht. Wie schon als Geistlicher der Erzdiözese prägten Hopfenmüller in der Mission ein "frommes und heiligmäßiges Leben und feuriger Missionseifer". red