Coburg — Die Arbeitswelt verändert sich immer rasanter. Für den Arbeitnehmer bedeutet dies viele Chancen, aber auch Risiken. "Die Zukunft der Arbeit gestalten wir!" lautet deshalb in diesem Jahr das Motto der traditionellen Maikundgebung.
Thomas Beyer, der Landesvorsitzende der Awo-Bayern, wird am 1. Mai in Beiersdorf im Gasthaus "Zum Schwarzen Bären" über diese Zukunftsthemen sprechen.
Die Schwerpunkte, erläuterte der DGB-Regionsbeauftragte Mathias Eckardt, beim Pressegespräch. Gewerkschaften, sagte er, lehnen es ab, dass durch Befristungen, Leiharbeit oder Werkverträge unternehmerische Risiken auf die Arbeitnehmer verteilt werden und diese durch Niedriglöhne abgespeist werden. "Gute Arbeit braucht gute Bedingungen und starke Rechte für die Betriebs-und Personalräte." Eckardt: "Es ist an der Zeit, dass die Beschäftigten von den Neuerungen durch die Digitalisierung und den neuen Arbeitsmodell profitieren." Die Einführung des Mindestlohns wertet der Gewerkschaftler nach knapp 100 Tagen "allen Unkenrufen zum Trotz" als Erfolgsmodell. Der Mindestlohn von 8,50 Euro habe weder zu Preiserhöhungen, noch zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen geführt.

"Erfolgreicher Kampf"

Eingetreten sei genau das Gegenteil, mehr Kaufkraft entlaste die Sozialkassen und ermögliche eine Senkung von Steuern und Beiträgen. "Wir freuen uns, dass unser jahrelanger Kampf für den gesetzlichen Mindestlohn nun endlich erfolgreich war."
Der DGB-Kreisvorsitzende Carsten Höllein pflichtet dem bei, den angeblich hohen bürokratischen Aufwand sieht Höllein nur als ein vorgeschobenes Argument gegen den Mindestlohn. Höllein freut sich, dass Thomas Beyer nach Coburg zur Maikundgebung kommt. "Die Gewerkschaft und die Arbeiterwohlfahrt haben gemeinsame Wurzeln," so Höllein. Anni Schuhmann-Demetz als Verdi-Vertreterin wünscht sich, dass die Gewerkschaften auf die neuen Herausforderung wie Digitalisierung der Arbeitswelt reagieren. Karl-Friedrich Schmucker, Historiker und Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung als ein wichtiges Zukunftsthema an. Der technische Fortschritt dürfe nicht nur dazu dienen, Gewinne einzustreichen, sondern auch um die Lebensqualität der Arbeitnehmer zu steigern.
Das Thema Arbeitszeit möchte auch Jürgen Apfel , der 1. Bevollmächtigter der IG Metall, in den Fokus rücken. Mit der erfolgreichen Tarifrunde habe die IG Metall gezeigt, dass sie durchsetzungsfähig sei. "Nun geht es darum, dass wir die Veränderungen der Arbeitswelt mitgestalten."
In diesem Jahr gibt es ein Jubiläumskundgebung: Die Gewerkschaften demonstrieren seit 125 Jahren für die Rechte der arbeitenden Menschen. ga