Die Gemeinde Lautertal setzt auf klimafreundliche alternative Energien. Sie will ein Repowering der vorhandenen Windkraftanlagen bei Rottenbach auf den Weg bringen. Dazu wurde in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag einstimmig beschlossen, eine Anfrage oder - wenn erforderlich - gleich einen entsprechenden Antrag an den Regionalen Planungsverband Oberfranken-West zu stellen.

Falls Lautertal nach der Sitzung des Verbandes am 22. April eine Entscheidung zur möglichen Überplanung erhält, ob der Bereich Vorranggebiet für Windenergieerzeugung bleibt, wird die Gemeinde aktiv werden. "Bisher ist alles noch völlig offen. Ob neue Anlagen dort überhaupt errichtet werden können, welche Höhe die Windräder bekommen, ob es zwei oder drei werden, wird sich später herausstellen", machte Bürgermeister Karl Kolb (ÜPW) deutlich.

Natürlich würden neue und wahrscheinlich größere Windräder eine wesentlich höhere Leistung haben als die drei Anlagen, die jetzt dort stehen, so die Erwartung des Bürgermeisters. Es komme dem Gemeinderat darauf an, dass die Bürger von Anfang an informiert werden und nichts über deren Köpfe hinweg geschieht. Leider könne man bisher wegen der Corona-Vorschriften keine Informationsveranstaltungen durchführen. "Alle Haushalte von Rottenbach und Tremersdorf haben zunächst einen Brief erhalten. Ein ,Windkümmerer‘ wurde uns zur Beratung der Gemeinde und Info der Bürger vom bayerischen Wirtschaftsministerium kostenlos zur Seite gestellt. Größten Wert legen wir darauf, dass sich unsere Bürger an dem eventuell möglichen Projekt zur Erzeugung von Windenergie direkt beteiligen können und die Ergebnisse der Wertschöpfung der Gemeinde zugutekommen", betonte Kolb.

Akzeptanz wichtig

Außer der gefassten politischen Mehrheit komme es bei einer möglichen Umsetzung des Windenergieprojektes vor allem auf die gesellschaftliche Akzeptanz bei den Bürgern an. Jeder könne dazu gerne Fragen an die Verwaltung richten. Außerdem würden neue Informationen über Amtsblatt und Homepage der Gemeinde veröffentlicht. "Sollten später wieder Versammlungen machbar sein, werden wir sofort entsprechende Bürgerzusammenkünfte einberufen, die durch den Windkümmerer moderiert und die Verwaltung ergänzt werden", stellte Kolb darüber hinaus in Aussicht.

In einem Statement der ÜPW bekräftigte Dr. Bernd Wicklein noch einmal die Notwendigkeit solcher dezentraler Anlagen. "Wenn wir grünes Licht bekommen, müssen es wirkliche Bürger-Windenergieanlagen werden, mit Beteiligungen unserer Einwohner. Die Gemeinde muss ebenfalls ihren Anteil in Form von Gewerbesteuer und Abgaben erhalten. Profitieren sollen außerdem die Anlieger benachbarter Flächen durch eine Arealpacht. Es dürfen keine wesentlich höheren Belastungen wie Geräuschentwicklungen entstehen. Das können moderne Anlagen heutzutage leisten", so Wicklein. ah