"Die Sehnsucht nach dem Frühling" heißt die neueste Produktion der Berliner Compagnie. Das Theaterstück über eine syrische Familie wird auf Einladung der KAB am 15. November im Kreiskulturraum gezeigt. Beginn ist 19 Uhr. Karten sind im KAB-Sekretariat erhältlich.

Im Zentrum des Theaterstücks der Berliner Compagnie steht eine syrische Familie, zerrissen wie das Land. Da ist Suleika, Sunnitin - eine junge Journalistin und Demonstrantin der ersten Stunde. Ihr geliebter Stiefvater, ein Alawit und Oberst der Arabisch-Syrischen Armee, wird zu ihrem Gegner. Ihr Verlobter und anfänglicher Mitstreiter Walid radikalisiert sich und schließt sich der Al-Nusra-Front an. Nur Dawud, ihr Halbbruder und christlicher Militärarzt, bleibt ihr Vertrauter. Mutter Aischa, Angehörige der sunnitischen Mehrheitsgesellschaft, versucht, ihre Familie in schwerer Zeit zusammenzuhalten.

Was im März 2011 als friedlicher Protest gegen eine repressive Diktatur begann, wurde zum blutigsten Konflikt unserer Gegenwart. Der Krieg in Syrien hat bisher fast eine halbe Million Todesopfer gefordert: 13 Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, die Lebenserwartung ist um 20 Jahre gesunken, elf Millionen wurden in die Flucht getrieben. Die meisten der Geflüchteten fanden im Land selbst oder in den Nachbarländern Aufnahme; Hunderttausende gelangten nach Deutschland. Hier wurden sie von den einen mit Empathie und großem Engagement aufgenommen, von anderen mit Ablehnung, Hass oder gar mit tätlichen Angriffen.

In "Die Sehnsucht nach Frieden" folgen die Zuschauer dem Geschick der syrischen Familie von 2011 bis zur Gegenwart, erleben sie an Brennpunkten Syriens: Daraa, Damaskus, Homs, Jarmouk, Ghouta, Al-Raqqa, Aleppo. Sie erfahren die Bitterkeit des Krieges und nehmen Anteil an dem verzweifelten Bemühen syrischer Menschen um ein friedliches Miteinander und um Versöhnung. Es ist die 30. Theaterproduktion der Berliner Compagnie. Die Uraufführung war im September 2018. Die Spieldauer beträgt 90 Minuten.

Karten gibt es im Vorverkauf im KAB-Sekretariat, Klosterstraße 17 in Kronach (Tel. 09265/5818). Der Preis pro Karte beträgt fünf Euro. Gefördert wird die Veranstaltung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" sowie vom Landkreis Kronach.

Die Berliner Compagnie: wurde 1981 als freie Theatergruppe von Schauspielern aus verschiedenen Stadt-, Staats- und freien Theatern gegründet. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Frieden unabdingbar mit Gerechtigkeit zusammenhängt, hat sich die Gruppe eine Satzung gegeben, in der sie sich verpflichtet, mit ihrem Theater "dem Erhalt des Friedens, der Völkerverständigung sowie sozialer Gerechtigkeit, insbesondere im Hinblick auf die Dritte Welt" zu dienen. hs