2016 startete Lacrima, das oberfränkische Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche mit einer ersten Kindergruppe, die inzwischen fest etabliert ist und sich alle 14 Tage trifft. Jetzt wird das Betreuungsangebot von Lacrima, das sich an Kinder rund Jugendliche in ganz Oberfranken wendet, ausgebaut: Anfang 2018 soll auch in Kulmbach eine erste Gruppe für Kinder beginnen, die den Tod der Mutter, des Vaters oder eines Geschwisterkindes verarbeiten müssen.


Schmerz annehmen

Ziel ist es, den Kindern einen geschützten, vertrauensvollen Raum zu geben, in dem sie und ihre Familien ihre Trauer bewusst leben und den starken Schmerz annehmen können. Treffen wird sich die neue Gruppe im Burggut, in der Waaggasse 5 in Kulmbach. Interessenten können sich jederzeit bei Vera Swaris melden (Tel. 0951/20 87 98 74). "Wir freuen uns sehr, dass Lacrima schon in seinem ersten Jahr weiter wächst. Das zeigt, dass der Bedarf da ist und dass wir Menschen in schwierigen Zeiten hilfreich begleiten können", freut sich Vera Swaris. Eine Mutter, die ihren Mann verloren hat und von Beginn an mit ihrer Tochter bei Lacrima ist, ist jedenfalls ist froh, dass es das Angebot der Johanniter gibt: "Ich denke nicht, dass ich ohne Lacrima so weit wäre, wie ich es heute bin. Es ist ganz, ganz wichtig, dass es so etwas gibt. Ich kann jedem in einer ähnlichen Situation nur empfehlen, das Angebot anzunehmen. Es ist wichtig, Menschen zu treffen, die das Gleiche erlebt haben, die im gleichen Boot sitzen." Zum Konzept von Lacrima gehört auch die Unterstützung der Eltern. Parallel zur Kindergruppenstunde findet im Beisein von Trauerbegleitern die Elternrunde statt - ein wertvoller Raum für vertrauensvollen Austausch. Außerdem bietet Lacrima eine Gruppe an, in der Jugendliche auf ihre Weise einen persönlichen Weg finden, mit dem Verlust zu leben. Und gleichzeitig den Kontakt zu Gleichaltrigen nicht zu verlieren.


Kostenfreies Angebot

Entscheidende Stützen von Lacrima sind die ehrenamtlichen Trauerbegleiter, die die Gruppenstunden vorbereiten und leiten. Aktuell haben fünf weitere Ehrenamtliche aus Oberfranken eine intensive Ausbildung abgeschlossen, die sie darauf vorbereitet, trauernde Kinder und Jugendliche angemessen zu begleiten. Sie sind darin geschult, zu erkennen, wie es den Kindern oder Jugendlichen gerade geht und was sie brauchen. Das Angebot von Lacrima ist kostenfrei und wird durch Spenden finanziert. "Ohne die Unterstützung von Ehrenamtlichen, Spendern und langfristigen Förderern geht das nicht. Deshalb freuen wir uns über alle, die sich bei uns melden und Lacrima auf die eine oder andere Art unterstützen möchten", erklärt Swaris. Wer sich für die Trauergruppe in Kulmbach oder generell für Lacrima interessiert, kann sich wie oben genannt an Vera Swaris wenden. Weitere Infos www.johanniter.de/oberfranken/lacrima. red