von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Herzogenaurach — Ein Leben für die Heimatgeschichte, Natur und Tierwelt, so könnte man kurz und bündig das Wirken des 84-jährigen Herzogenaurachers Fritz Spieß umschreiben.
Der bekannte Herzogenauracher Heimatforscher hat sich nicht nur intensiv mit der Herzogenauracher Geschichte befasst und eine Reihe von Broschüren und Büchern veröffentlicht, er hat auch noch eine weitere Leidenschaft. Natur und Vögel weckten schon in jungen Jahren sein Interesse. Da war es eigentlich kein Wunder, dass ein Foto mit einem Schwan auf der Aurach ihm und seiner Frau Reta eine Reise zum Papst nach Rom einbrachte.
Über viele Jahre ging Spieß mit der Kamera auf Jagd, um Vögel, Natur und die schönen Ecken und Winkel der Heimat abzulichten.
Fritz Spieß fotografierte aber nicht nur, sondern er kümmerte sich zusammen mit seiner Frau auch um Tiere. Unter anderem war er von 1982 bis 1998 Vorsitzender des Herzogenauracher Tierschutzvereins und machte Führungen zum Thema Natur- und Naturschutz, war auch mehrfach Preisträger bei Fotowettbewerben. Spieß gehörte außerdem über 15 Jahre zum Vorstand des Heimatvereins, veranstaltete Führungen zur Stadt- und Heimatgeschichte. So entstand unter anderem sein Buch "Die Aurach von der Quelle bis zur Mündung", in dem nicht nur viel Wissenswertes, sondern auch über 725 Fotos zu finden sind. Spieß beschrieb aber nicht nur die Aurach, sondern auch Beobachtungen entlang der Aurach, bis hin zum Fledermausschutz in Herzogenaurach.

Die eigene Geschichte

In all den Jahren versuchte Spieß stets, den Menschen aus Herzogenaurach ihre eigene Geschichte näherzubringen. Nachdem er über viele Jahre bei Puma gearbeitet hatte, veröffentlichte Spieß vor zehn Jahren ein Werk über die Schuhfabriken in Herzogenaurach. Drei Jahre zuvor war "Geschichte und Geschichten aus Herzogenaurach" herausgekommen, in denen sich Begebenheiten und Persönlichkeiten wiederfinden.
Da der 1930 geborene Spieß das Ende des Zweiten Weltkrieges hautnah miterlebte, gibt es mit "Sirenengeheul und Fliegeralarm" eine weitere Veröffentlichung. Im letzten Jahr bei den Herzogenauracher Kulturtagen berichtete Fritz Spieß im Rathaus als einer der "Zeitzeugen" vom Einmarsch der Amerikaner und vom Kriegsende.
In seinem Bücherregal sind unter anderem Veröffentlichungen zu Pfarrer Michael Störcher (1817-1888), der Bildhauerin und Ehrenbürgerin Maria Lerch (1854-1952) und natürlich über die "Spieß'n" zu finden. Die Veröffentlichungen von Fritz Spieß sind allesamt auch in den Regalen bei "Bücher, Medien & mehr" zu finden.
"Jetzt geht es nicht mehr so leicht, die Beine wollen nicht mehr so richtig mitmachen", sagt Fritz Spieß. Es bleibe jetzt Zeit, seine umfangreichen Aufzeichnungen zu ordnen - und Fritz Spieß hat viel zu erzählen. Deshalb freute er sich besonders über die Ehrung des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), der ihm die Goldene Ehrennadel überreichte.