Die VHS Bamberg Stadt lädt zur Semestereröffnung am morgigen Samstag um 16 Uhr ins Alten E-Werk in der Tränkgasse ein. Thomas Eser, Sammlungsleiter am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, referiert über "Luther, Kolumbus und die Folgen. Vom Umgang mit Wandel am Anfang der Neuzeit".
Gleich zwei "Entdeckungen" waren es, die seit etwa 1500 das Weltbild der Zeitgenossen ins Wanken brachten: Entdeckungsreisende und Astronomen wie Christoph Kolumbus und Nikolaus Kopernikus erschlossen bislang unerkannte Territorien und versetzten die Erde heraus aus dem Zentrum des Weltalls. Zugleich entdeckte der Theologe Martin Luther mit seiner Neuinterpretation der Heiligen Schrift einen völlig neuen Zugang zum gnädigen Herrgott, der den Sünder nicht mehr gnadenlos straft. Alte Normen brachen damit zusammen, das Wissen um endgültige Wahrheit wurde unsicher. Während diese Errungenschaften heute als Fortschritt gelten, reagierten die Zeitgenossen alles andere als euphorisch. Sie suchten nach Strategien der Bewältigung dieser allzu vielen Neuigkeiten und Lebensoptionen.
Thomas Eser bereitet für den kommenden Sommer eine große Sonderausstellung im Germanischen Nationalmuseum zum Reformationsjubiläum vor. Sie wird von diesem Veränderungsdruck handeln. Der Vortrag des Experten erläutert die zentralen Thesen dieser Ausstellung. Ein Gegenwartsbezug wird dabei ausdrücklich gesucht, wie es in der Pressemitteilung der VHS heiß: Wie eigentlich gehen wir heute mit Veränderung um und wie offen oder verschlossen reagiert unsere heutige Gesellschaft auf das "Neue" in Medien und eigener Lebenswelt?


Das neue Programm

Kulturreferent Bürgermeister Christian Lange (CSU) wird die Veranstaltung eröffnen. Anna Scherbaum, Leiterin der VHS Bamberg Stadt, stellt zudem das neue Programm mit dem Schwerpunktthema "500 Jahre Reformation" vor.
Die Veranstaltung im Alten E-Werk wird von der Städtischen Musikschule Bamberg musikalisch umrahmt. Im Anschluss wird zu einem Gedankenaustausch bei Snacks und Getränken eingeladen. red