Die Nominierung des Vogels des Jahres ist eine Gemeinschaftsaktion des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) und des Landesbunds für Vogelschutz (LBV). Diesmal erfolgt die Kürung nicht durch ein Expertengremium, sondern findet im Rahmen des 50. Jubiläums dieser Aktion in einer öffentlichen Wahl statt.

Seit 18. Januar ist nun die Hauptwahl zum Vogel des Jahres 2021 gestartet, teilt Gerhard Hübner von der LBV-Geschäftsstelle Coburg in Dörfles-Esbach mit. Unter den zehn Kandidaten, die während der Vorwahl auserkoren wurden, kann man sich jetzt seinen Lieblingsvogel auswählen und ihm noch bis zum 19. März unter www.vogeldesjahres.de seine Stimme geben.

Die bisherigen Favoriten im Kreise der LBV-KG Coburg wie Neuntöter, Stieglitz, Bluthänfling oder Bienenfresser, für die teilweise auch kräftig die Werbetrommel gerührt wurde, haben es leider nicht in die Endauswahl geschafft, heißt es in der Pressemitteilung.

Das Ergebnis der bundesweiten Vorauswahl präsentiert sich wie folgt:

1. Stadttaube (8937 Stimmen)

2. Rotkehlchen (5962 Stimmen)

3. Amsel (5088 Stimmen)

4. Feldlerche (5069 Stimmen)

5. Goldregenpfeifer (4772 Stimmen)

6. Blaumeise (4532 Stimmen)

7. Eisvogel (3764 Stimmen)

8. Haussperling (3734 Stimmen)

9. Kiebitz (3680 Stimmen)

10. Rauchschwalbe (3574 Stimmen).

Eine dringende Bitte

Der Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe Coburg, Frank Reißenweber, hat bereits wieder abgestimmt, diesmal für den Kiebitz. Reißenweber bittet alle LBV-Mitglieder, nicht für den bisherigen Spitzenreiter Stadttaube zu stimmen, so die Mitteilung. Dem schließt sich der Naturschutzberater an der LBV-Geschäftsstelle, Gerhard Hübner,

an: "Mit einer aus der Felsentaube domestizierten Vogelart als Vogel des Jahres können wir naturschutzfachlich wenig anfangen und bewegen. Auch wenn sie eine willkommene Beute für den seit vier Jahren im Stadtgebiet Coburg ansässigen Wanderfalken ist, ergibt sich keine Notwendigkeit, etwas zu ihrem Schutz zu veranlassen." Aus seiner Sicht sollte eine Art gewählt werden, die im Bestand rückläufig ist und auf deren Probleme man aufmerksam machen sollte.

Aus dem Reigen der verbliebenen Top Ten seien bereits Rotkehlchen, Feldlerche, Goldregenpfeifer, Eisvogel, Haussperling und auch der Kiebitz schon einmal Vogel des Jahres gewesen. Aber Wiederwahlen seien auch in Fachkreisen üblich, teilt der hiesige LBV mit, wenn sich die Situation drastisch verschlechtert wie beim Kiebitz, der inzwischen auf der Roten Liste Bayern als "stark gefährdet" eingestuft wird.

Ein anderer Aspekt ist das Themenfeld "Gebäudebrüter", den die LBV-Landesgeschäftsstelle in Hilpoltstein heuer wieder stärker thematisiert. Aus diesem Grund hat sich zum Beispiel Gerhard Hübner für die Rauchschwalbe entschieden, auch wenn sie bereits 1979 Vogel des Jahres war.

Im Landkreis Coburg hat der Landesbund für Vogelschutz aktuell rund 3000 Mitglieder, davon mehr als 100 Mitglieder im aktiven Ehrenamt, die sich nicht nur um die Belange von Vögeln kümmern, sondern um alle bedrohten Tiere und Pflanzen im Landkreis. Die Mitglieder betreuen über 250 Fledermauskeller, über 400 Eulennistkästen und rund ein Dutzend Storchenhorste. Außerdem haben sie eine Greifvogelauffangstation in Neu-Neershof und eine Fledermausanlaufstelle in Ahorn. Um Menschen für die Natur zu begeistern, betreiben sie Umweltbildung und bieten jährlich zahlreiche Naturveranstaltungen an - und fast alle sind kostenlos. Bayernweit setzt sich der LBV mit mehr als 100 000 Mitglieder, mit 4 000 ehrenamtlich Aktiven, mit 265 lokalen LBV-Gruppen und mit 17 Umweltbildungseinrichtungen für den Naturschutz ein. red