Der tägliche Verkehr auf den Straßen hat spürbar zugenommen. Das geht aus der Unfallstatistik der Polizeiinspektion Herzogenaurach hervor, die Dienststellenleiter Norbert Hacker veröffentlichte.
Täglich pendeln rund 15 500 Arbeitnehmer nach Herzogenaurach. Eine Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel erfolgt nur über einen Busbahnhof, eine Schienenbahn gibt es (noch) nicht.
Bei den Verkehrsunfällen, die von der Polizei aufgenommen wurden, ist laut Hacker insgesamt ein Anstieg um 10,41 Prozent von 931 auf 1028 Unfälle zu verzeichnen. Bedingt durch den starken Pendlerverkehr aus dem Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen zu den Firmenstandorten Adidas, Puma und Schaeffler ereigneten sich die meisten Verkehrsunfälle auf den Zubringerstraßen von und nach Herzogenaurach und im Stadtgebiet im Berufsverkehr.


Kein Unfallschwerpunkt

Einen örtlichen Unfallschwerpunkt jedoch gebe es aktuell nicht, berichtet der Polizeichef. Zwar kamen im Frühjahr und auch noch vereinzelt in den Sommermonaten auf der Staatsstraße zwischen Hammerbach und Weisendorf immer wieder Fahrzeuge von der Fahrbahn ab, zwischenzeitlich gibt es aber dort eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h, die von der Polizei Herzogenaurach mit Lasermessungen regelmäßig überwacht wird. Seitdem kam es zu keinem Unfall mehr.
Gab es im Jahr 2013 keinen einzigen Verkehrstoten, so waren im Jahr 2014 einer und 2015 zwei Verkehrstote zu beklagen.
Auffällig ist ein Anstieg bei den Unfällen mit Radfahrern. Diese stiegen von 23 im Jahr 2014 auf 43 Unfälle (+80 Prozent) im Jahr 2015 an. In 30 Fällen waren die Radfahrer die Unfallverursacher; ein Radfahrer starb, neun wurden schwer, 28 leicht verletzt. Nur sieben Radfahrer blieben unverletzt.
Weder von der Unfallörtlichkeit noch von der Unfallursache ist laut Polizeistatistik ein Schwerpunkt erkennbar. Denkbar sei, dass aufgrund des schönen Wetters im Sommer 2015 mehr Radfahrer unterwegs waren.


Tödliche Verkehrsunfälle

Im Jahr 2015 ereigneten sich im Dienstbereich der PI Herzogenaurach zwei tödliche Verkehrsunfälle.
22. März, 16.55 Uhr: Eine 71-jährige Radfahrerin fährt auf dem kombinierten Geh- und Radweg aus Richtung Adidas-Outlet kommend in Richtung Niederndorf. Kurz nach der Unterführung Hans-Ort-Ring/ERH 3 will sie an zwei Fußgängern vorbeifahren und kündigt dies durch ihre Fahrradglocke an. Die Fußgängerin erschrickt und tritt einen Schritt zur Seite. Dabei stößt sie mit der Radfahrerin zusammen, die sie gerade überholen wollte. Die Radfahrerin stürzt und prallt mit dem Kopf auf dem Asphalt auf. Sie trug keinen Helm und war sofort bewusstlos. Sie verstirbt am nächsten Tag im Krankenhaus.
15.April, 15.04 Uhr: In einem Linienbus stürzt eine 75-jährige Frau, nachdem sie in dem Augenblick aufstand, als der Bus anfuhr. Die Frau wird verletzt in die Chirurgie gebracht und zunächst erfolgreich operiert. Aufgrund einer Lungenembolie, sieben Tage später, verstirbt sie.
Durch die ständig wachsende Zahl von Verkehrsteilnehmern und den Anstieg bei den Verkehrsunfällen im Jahr 2015 legt die Polizei Herzogenaurach besonderen Wert auf die Verkehrssicherheitsarbeit. Durchschnittlich eine Stunde pro Tag führte die Polizei deshalb Lasermessungen durch und brachte dabei 361 (213) Verstöße im Anzeigen- und 258 (213) im Verwarnungsbereich (Wert in Klammern = 2014) zur Anzeige.
Die Polizei kontrolliert aber nicht nur die Geschwindigkeit. Bei zahlreichen Verkehrskontrollen werden vor allem Gurt- und Handyverstöße zur Anzeige gebracht und die Fahrtüchtigkeit überprüft.
2015 mussten 24 Autofahrer, die unter Alkoholeinfluss, und acht, die unter Drogeneinfluss ihr Fahrzeug führten, ihren Führerschein abgeben. red