Im Jahr 2021 wurden dem Gewerbeaufsichtsamt Würzburg von der unterfränkischen Polizei 226 Arbeitsunfälle gemeldet; einer davon endete tödlich.

Die Untersuchung von Arbeitsunfällen gehört zum Alltag der unterfränkischen Gewerbeaufsicht. Meist wird eine Meldung über einen Arbeitsunfall mit mittleren, schweren oder gar tödlichen Verletzungen durch die Polizei übermittelt. Insgesamt sind mehrere Akteure an der Unfalluntersuchung beteiligt: Die Berufsgenossenschaft begutachtet den Unfallhergang seitens des Versicherungsträgers. Die Polizei ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft in Hinblick auf mögliche Straftaten (Tötung, Körperverletzung und Sachschaden), und die Gewerbeaufsicht agiert als staatliche Überwachungsbehörde in Sachen Arbeitsschutz, ordnet bei Bedarf im betroffenen Betrieb Maßnahmen an und gibt ihre Erkenntnisse, sofern gefordert, an die Staatsanwaltschaft weiter. Im Jahr 2021 sind 226 (in 2020 - 249 Fälle, in 2019 - 235 Fälle, 2018 - 245 Fälle, 2017 - 256 Fälle) solcher polizeilichen Meldungen bei dem unterfränkischen Gewerbeaufsichtsamt in Würzburg eingegangen.

Dieser leichte Rückgang lässt sich mit den veränderten Arbeitsbedingungen während der Corona-Pandemie erklären, so die Pressemitteilung der Regierung von Unterfranken. Unter den Meldungen finden sich wie schon in den Jahren zuvor viele Absturzunfälle. Selbst bei Abstürzen aus Höhen von weniger als 1,5 Metern kommt es immer wieder vor, dass die Umstände so ungünstig sind - harter Betonboden, nachteilige Körperposition oder scharfe Kanten innerhalb der Fallzone, dass Verunfallte sich nicht abfangen können, schwere Kopf- oder Wirbelsäulenverletzungen erleiden und dadurch tödlich verunglücken. Daher sind bereits bei Absturzkanten ab einem Meter Höhe Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Weitere Unfallschwerpunkte waren Quetsch- und Schnittverletzungen bei Arbeiten mit Maschinen. Schwere oder tödliche Unfälle werden häufig unter anderem dadurch verursacht, dass eine zwar aufwändigere, aber sichere Arbeitsweise nicht befolgt wird.

Die Zahl der Unfälle bei der Arbeit mit tödlichem Ausgang in Unterfranken liegt seit mehr als zehn Jahren im einstelligen Bereich und folgt der deutschlandweiten Entwicklung.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt mehr als halbiert. Der Rückgang der tödlichen Verletzungen ist auch auf ein höheres Arbeitsschutzniveau zurückzuführen.Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann warnt jedoch davor, angesichts dieser Erfolge in den Bemühungen nachzulassen: "Dieser Rückgang der Unfallzahlen ist kein Selbstläufer". ruf