von unserem Mitarbeiter Stephan Stöckel.

Kreis Lichtenfels — Tradition und Moderne liegen bei den Lichtenfelser St.-Georgs-Pfadfindern dicht beieinander. Flotte Marschtrommeln beim Korbmarktumzug und fetzige E-Gitarren bei den Stadtschlosskonzerten schließen sich bei ihnen nicht aus.
Einer, der auf beiden Hochzeiten tanzt, ist Timo Glätzer: Beim Fanfarenzug der Pfadfinder lässt der 37-jährige Lichtenfelser als Tambourmajor Trommler und Trompeter nach seiner Pfeife tanzen, bei der Rock- und Soul-Band "Y-Not", die aus dem Pfadfinderverein heraus entstanden ist, darf er selbst Trompete spielen. "Ohne die Pfadfinder hätte es die neunköpfige Musikgruppe, die sich Soul, Funk und Rock auf ihre Fahnen geschrieben hat, nie gegeben", sagt er.
In diesem Jahr feiert die bei Alt und Jung beliebte Gruppe ihre Volljährigkeit. Obgleich kein Gründungsmitglied, kennt Glätzer die näheren Umstände der Geburtsstunde. Bei einem Vereinsfasching 1998 hatten Keyboarder Stefan Bätz, Gitarrist Udo Prell, Schlagzeuger Thomas Kirschbaum, Bassist Dirk Pfadenhauer und der damalige Sänger Günter Kestel Nägel mit Köpfen gemacht. "An dem Abend spielte eine Gruppe. Getrieben von dem unbändigen Willen, es einfach mal probieren zu wollen, sagten sich die fünf: ,Warum nicht? Was die können, können wir auch'." Die Geburtsstunde hatte geschlagen und mit ihr ward auch sogleich der Name geboren: "Why Not - Warum nicht?"


Kapelle in Kinderschuhen

Als die Kapelle noch in den Kinderschuhen steckte, beschloss man, sie um eine Bläserfraktion aufzupeppen, um "Musik und Programm facettenreicher zu gestalten", wie es Glätzer formuliert. Ihr gehören heute neben Glätzer Saxophonist Tobias Träger und Posaunistin Marianne Hellmuth an. Silke Fritz und Stefan Hetz mit ihren ausdrucksstarken Stimmen vervollständigen das neunköpfige Ensemble.
Mitunter mutiert "Y-Not" auch zur mächtig-wuchtigen XXL-Ausgabe. Und zwar immer dann, wenn der Fanfarenzug ins Spiel kommt. Wie zum Beispiel beim Oberen-Tor-Fest, wo "Y-Not" von weiteren Bläsern und Perkussionisten unterstützt wurden. "Dann macht es so richtig ,wumms!'", bringt es Glätzer locker-leger auf den Punkt.
Dass ein Großteil der Musiker bei den Pfadfindern mitspielt, hat für Glätzer auch seine Vorteile: "In anderen Bands geht man außerhalb der Proben und Auftritte getrennte Wege. Wir hingegen sehen uns öfter. Unsere Gruppe ist wie ein großer Freundeskreis." Dazu zählt auch Sängerin Silke Fritz, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn Songs weiblicher Sängerinnen wie Aretha Franklin ("Respect") oder Janis Joplin ("Mercedes Benz") interpretiert werden.
Die ehemalige Staffelsteinerin hat es aus beruflichen und privaten Gründen nach Zustorf in den Landkreis Erding verschlagen. 268 Kilometer trennen die sympathische 39-Jährige von ihren Bandkollegen aus der Korbstadt. Eine Entfernung, die sie als Katzensprung empfindet: "Wenn man in einer Gemeinschaft zueinander steht, Höhen und Tiefen miteinander durchlebt hat, dann ist das überhaupt nicht weit." Nicht nur das freundschaftliche Miteinander, auch die Liebe zur Musik zieht Fritz immer wieder in die alte Heimat: "Wenn ich vor Gefühlen nicht mehr weiß wohin, dann ist das Singen ein gutes Ventil zum Abschalten."