Das Kontakt-Kulturfestival soll auch heuer wieder auf dem Gelände der Lagarde-Kaserne stattfinden - so jedenfalls lautet der Wunsch des Organisationsteams, das 2015 von der Stadt Bamberg mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet worden ist. Geplant ist die Veranstaltung vom 26. bis 29. Mai, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung.
"Noch aber gibt es keine Sicherheit, dass dies auch gelingen wird", bedauern die Veranstalter. Schließlich hat der Noch-Eigentümer des Konversionsgeländes, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) die Hoheit. "Wir hoffen, dass die Bundespolizei nicht das Gelände wegnimmt", sagt Ferda Aycek, vom Organisationsteam.
Im Jahr 2015 konnte die Gruppe nach großen Unsicherheiten die Lagarde-Kaserne als Festivalort gewinnen und für interessierte Bamberger zugänglich machen. Die ehemalige US-Kaserne bot sich dafür an, da für ein Festival dieser Größe innerhalb der Stadt nur schwer Raum zu finden ist.
"Die interessanten Orte wie die ehemalige Brauerei Maisel oder die alten Posthallen befinden sich in Privatbesitz und stehen derzeit für ein Festival nicht zur Verfügung", erläutert Teammitglied Mario Fischer.


Dauerhafte Erschließung das Ziel

Seit einiger Zeit setzt sich Kontakt - Das Kulturprojekt auch für eine dauerhafte kulturelle Erschließung der Lagarde-Kaserne ein und hofft, der Raumnot, insbesondere für Band- und Tanzveranstaltungen, in Bamberg zu entkommen. "Die ehemalige Kaserne bietet eine große Chance für Bamberg, an Attraktivität zu gewinnen. Nicht nur für Investoren und Firmen, auch für Kulturschaffende und Künstler", meint Jonas Seigel vom AK Kulturpolitik.
Um das zu erreichen, bedürfe es einer regen Einbeziehung aller Kulturschaffenden in Bamberg. Deshalb macht sich die Gruppe für eine Zukunftswerkstatt zum Thema "Kulturzentrum" stark. "Diesem Plan haben das Kulturamt und Bürgermeister Lange erst kürzlich zugestimmt", sagt Miriam Bernhard. Eine Zukunftswerkstatt ist eine Methode zur kreativen Bearbeitung von Problemen, die von geschulten Moderatoren angeleitet wird.
Eingeladen sind alle potenzielle Mitgestalter eines Kulturzentrums, soziokulturellen Zentrums oder auch Bürgerhauses. Das Kontakt-Team fordert, dass die Zukunftswerkstatt Teil des kulturellen Entwicklungsplans für die Lagarde-Kaserne werden soll.
Neben der Konzeptionierung eines Kulturzentrums sollen die Hürden für eine Zwischennutzung von Leerständen in der Lagarde und außerhalb abgebaut werden. Derzeit plant die Gruppe im Bereich der Lagarde-Kaserne. Die Unsicherheit, ob der Ort im Mai zur Verfügung steht, besteht weiterhin. Doch eine Alternative gibt es bisher nicht.
"Neben dem Festival führen wir unter dem Namen Kontakt - Das Kulturprojekt übrigens über das ganze Jahr hinweg kleinere Veranstaltungen durch und bringen uns aktiv in die Kulturpolitik der Stadt ein", betont Teammitglied Ludwig Müller. Ende November letzten Jahres gab es den "Schlachthof-Weekender", ein dreitägiges Festival im Miniaturformat in der ehemaligen Gastronomie am Viehhof, einem Leerstand in städtischem Besitz. Nach Verhandlungen über die Nutzung der Räumlichkeit, hat das Team von Kontakt gezeigt, dass die ehemalige Gaststätte ein sehr guter Ort für kulturelle Veranstaltungen wäre - die auch bis spät in die Nacht gehen dürfen.
Dafür sei allerdings immer sehr viel ehrenamtliches Engagement nötig. "Wir können nicht einfach eine Bühne hinstellen und eine Band spielen lassen. Die Räume müssen zuerst erstritten und gangbar gemacht werden. Erst dann kann mit der inhaltlichen Planung wirklich begonnen werden", so Nadja Hey. red