Mit 33 902 Wohnungen aller Art und Größe ist der Wohnungsmarkt im Kreis Kronach ins Corona-Jahr 2020 gegangen. Das ist ein Wohnungsplus gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent und damit neuer Rekordbestand. Das sagt die aktuelle Wohnungsbestandsstatistik der Statistischen Landesämter. Was allerdings nichts darüber aussagt, ob die bestehenden Wohnungen auch zu mieten oder zu kaufen sind. Dafür lässt sich auf der Basis des Wohnungsbedarfsmodells des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berechnen, dass das im Kreis Kronach Anfang 2020 erreichte Verhältnis von Fertigstellungen und Bedarf bei 463,5 Prozent liegt: Der Bedarf ist also durch nachwachsende Wohnungen mehr als gedeckt. Insgesamt gab es im Kreis Kronach zum Stichtag 21 639 Gebäude mit Wohnungen (Vorjahr: 21 577).

Die Wissenschaftler haben bis 2020 vorausberechnet, wie viele Wohnungen gebaut werden müssen, um mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt zu halten. Ergebnis für den Kreis Kronach: Es werden jährlich 52 Wohnungen benötigt. Durch das reale Baugeschehen bis zum Jahreswechsel 2020 erhöhte sich der hiesige Bestand aber tatsächlich um 241 Wohnungen oder 0,7 Prozent.

Die Wohnungsträume zu beschreiben, die in diesem Bedarf inbegriffen sind, ist einfach: gute Lage, mit Balkon oder Garten, möglichst niedrige Miete, neudeutsch "bezahlbar" - das sind die Eckpunkte der Traumwohnung. Arbeitsplatznähe und gute Infrastruktur kommen dazu. Welche der 33 902 vorhandenen Wohnungen im Kreis Kronach diesem Ideal nahekommen, lässt sich statistisch freilich nicht erfassen.

Bei der Frage, ob der Mensch lieber verdichtet oder auf Abstand wohnt, lässt sich die Antwort hingegen daraus ablesen, für was Bauherren und -damen ihr Geld ausgeben: Der größte Traum der Menschen ist und bleibt das eigene Haus für die Familie: 14 763 Einfamilienhäuser gibt es mittlerweile im Kreis Kronach.

Aber nicht für jeden ist dieser Traum bezahlbar. Bleibt die Eigentumswohnung oder das Wohnen zur Miete in einem der 1544 Mehrfamilienhäuser als einkommensbasierte Alternative (wobei der Staat ja bei Bedarf mit Wohngeld hilft). Als Mehrfamilienhäuser gelten alle Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen. Sozusagen ein Zwischending sind Häuser mit zwei Wohnungen. Von denen gibt's im Landkreis 5323.

Große Wohnungen mit fünf Räumen (einschließlich Küche) und mehr waren im Kreis Kronach zuletzt inklusive der Einfamilienhäuser insgesamt 21 431 erfasst. Das sind rund 63,2 Prozent des Bestandes. 6639 Wohnungen (19,6 Prozent) verfügten über vier Räume, 4215 Wohnungen (12,4 Prozent) waren Dreizimmerwohnungen, 1249 (3,7 Prozent) hatten zwei Räume und 368 ein Zimmer (1,1 Prozent).

Rund 91,9 Quadratmeter hat die bundesweite Durchschnittswohnung aktuell, macht 47 Quadratmeter pro Kopf, sagt das Statistische Bundesamt. Im Jahr 2000 lag die Pro-Kopf-Wohnfläche bundesweit noch bei 39,5 Quadratmeter. 1960 waren es sogar 19 Quadratmeter, hat das Wuppertal Institut nachgeschlagen, weil es einen Auftrag von Friday for Future bekommen hat, herauszufinden, wie Klimaneutralität schon 2035 erreicht werden kann. teb/zds