Ganz genau fokussiert Julia Pfaff den letzten Pin am Ende der Bahn. Wenn dieser bei ihrem nächsten Wurf fällt, erreicht sie einen "Spare". Dieser würde sich gut auf ihrem Punktekonto machen, ihre Kontrahenten sind ihr dicht auf den Fersen. In ihren Händen hält Julia die braune Bowlingkugel. Die hat ihr bis jetzt immer Glück gebracht.


Ein Spare für Julia

Die Zehnjährige nimmt Anlauf, schwingt die Kugel und lässt sie mit Wucht los. Schnurstracks gleitet sie über die geölte Bowlingbahn in Richtung ihres Ziels. Ihre Mitspieler haben sich schon von ihren Plätzen erhoben, beobachten aufmerksam den Verlauf der Kugel. Dann ein lauter Schrei: "Spare!", ruft Julia freudestrahlend, als der Pin abgeräumt wird.


Sauber die Pins abgeräumt

Spannende Duelle liefern sich 15 Jugendliche in der Bowlinganlage Schorn. Auf den Bahnen fliegen die Pins nur so hin und her, wenn die Jungen und Mädchen sie mit ihren Bowlingkugeln treffen. So heißen die weißen Kegel, die beim Bowling die Punktzahl ergeben. Insgesamt sind zehn Pins am Ende der Bahn aufgestellt - einer mehr als beim Kegeln.
Wer Bowling und Kegeln auseinanderhalten möchte, der muss sich nur die Kugeln genauer anschauen: Bowlingkugeln sind mit drei Löchern versehen, in die üblicherweise Ring-, Mittelfinger und Daumen gesteckt werden. Diese rutschen dann bei der Ballabgabe wieder heraus.
Apropos Ballabgabe. Diese macht Sarah Steiner, Betreuerin beim Kreisjugendring, den Jugendlichen vor. Rund vier Schritte hinter der sogenannten Foullinie hat sie sich für ihren Anlauf positioniert. Diese schwarze Markierung darf der Spieler beim Wurf nicht übertreten. Sarah nimmt Anlauf und lässt die Kugel am tiefsten Punkt vor der Foullinie los. Dieses Mal schafft sie sogar einen Strike, räumt alle zehn Pins mit einem sauberen Wurf ab. Da muss der ein oder andere noch ein bisschen üben, um das zu schaffen.
"Das Wichtigste ist, dass ihr Spaß habt", meint Sarah Steiner grinsend. Und den haben die Jungen und Mädchen allemal. Nichtsdestotrotz wollen sie so viele Pins wie möglich abräumen, ärgern sich umso mehr, wenn sie ein paar von ihnen knapp verfehlen.
Nachdem sie ihre geliehenen Bowlingschuhe, die für besseren Halt sorgen, wieder abgegeben haben, laufen die Jungen und Mädchen zu ihren Eltern, die schon auf sie warten. "Das hat richtig Spaß gemacht", meint Maja Kleinhenz.