von unserem Mitarbeiter Bruno Preissinger

Marktschorgast — "Nie wieder Krieg!". Über die Strapazen könnte Adolf Hoppert, der 1949 - vor 65 Jahren - aus russischer Gefangenschaft entlassen wurde, ein Buch schreiben. "Frieden und Freiheit", sagt er, "sind hohe Güter von einzigartigem Wert."
Als junger Kriegsgefangener habe er oft Hunger gelitten. Er sei froh gewesen, wenn er noch an einem Maiskolben knabbern konnte. Sehnsüchtig habe er die Entlassung aus der Gefangenschaft herbeigewünscht.

Genugtuung u nd Dankbarkeit

"Es war für mich eine Genugtuung, aus Dankbarkeit der 1953 gegründeten Ortsgruppe des Verbands der Heimkehrer beitreten zu können. Das war ein gemütlicher Verein, den Vorsitzender Erwin Koppmeier geleitet hatte. Die Kameradschaft und der Zusammenhalt der Heimkehrer sind so groß gewesen, dass die Kameraden Geld zusammengesteuert hatten, um eine Fahne anzuschaffen", erinnerte sich der Spätheimkehrer.
Und in der Tat: 1959, vor 55 Jahren, konnte die Fahne geweiht werden.
Für Arnold Tölg ist es ein Rätsel, wo die Fahne steckt. Denn mit ihr habe es eine besondere Bewandtnis. Er wisse von seinem Vater Fridolin, dass die Fahne nach Überlieferungen den am längsten lebenden Heimkehrer auf seinem letzten Gang begleiten sollte. Arnold Tölg ist schon viele Jahre auf der Suche nach der Fahne. Er würde sich freuen über Hinweise.
Adolf Hoppert, das einzige noch lebende Mitgliede des Verbands der Heimkehrer, schmunzelt: "Ich denke noch nicht ans Sterben". Natürlich wünscht ihm Arnold Tölg noch viele glückliche Lebensjahre, hofft aber, dass die Fahne doch einmal wieder auftaucht.