Abwechslungsreiche Feuchtgebiete, in denen der Gesang des Pirols und das Schwirren des Eisvogels zu vernehmen sind und zahlreiche Schmetterlings- und Libellenarten ein Zuhause haben, kann man im oberen Schneybachtal erleben.
Der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Lichtenfels, besichtigte unter der Leitung des Diplom-Biologen Gerhard Hübner ein über fünf Hektar umfassendes Areal, das durch ein Großseggenried in der Talmitte, Hochstaudenflur und Auwaldstrukturen, hauptsächlich mit Erlen und Weiden, gekennzeichnet ist.
Hier habe sich aufgrund der Dynamik der Natur in Jahrhunderten durch regelmäßige Überschwemmungen, Schlämmstoffeintrag und relativ wenig menschliche Eingriffe ein facettenreiches Flora-Fauna-Habitat entwickelt, wie es im Landkreis Lichtenfels in dieser Form kaum noch anzutreffen sei. Der BN habe große Teile dieser naturschutzfachlich wertvollen Areale erworben. Im Umfeld eines Tümpels, wo der seltene Sumpfstorchschnabel wächst und auch blauflügelige Prachtlibellen auf Beutesuche sind, erklärte Gerhard Hübner einige Schmetterlingsarten, wie das Ochsenauge und den Dickkopffalter. Am nördlichen Rand des Schneybachtals fand man in Schlehdornhecken den Pflaumenzipfelfalter, eine Falterart, die sich auf solche und ähnliche Lebensräume spezialisiert habe.
Beim Umrunden des Großseggenrieds mit Schilfgras, Rohrglanzgras, Simsen, Flatterbinsen, Springkraut und Mädesüß fing Gerhard Hübner mit dem Schmetterlingsnetz einen weiteren Spezialisten dieses Lebensraumtyps ein: den Mädesüß-Perlmuttfalter, den er nach Begutachtung umgehend wieder freiließ. Das Wasser des Schneybachs teilt sich ab und an in zwei oder drei Bachläufe auf, was einer Biberfamilie natürlich sehr zugutekam. Deren riesige Biberburg liegt unter krautigem Bewuchs gut versteckt im Auwald. Anton Reinhardt