"Die Stadt Forchheim wehrt sich gegen die Nachfragen zum kostenlosen WLAN auf Zeit mit der Verbreitung von fachlichen Fehlinformationen, oder was wohl viel wahrscheinlicher ist: Sie zeigt, dass man sich einfach nicht ausreichend informiert hat", kritisiert Tobias Lukoschek in einer Stellungnahme.
Er ist Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen in Forchheim. "Sicherlich fällt es Oberbürgermeister Uwe Kirschstein leicht, den Freifunk als nicht leistungsfähig zu brandmarken. Tatsächlich hat man in den Nachbarstädten Ebermannstadt und Erlangen aber nur positive Erfahrungen mit der Freifunk Community gemacht. Ein komischer Zufall?", schreibt Lukoschek weiter.
Fälschlicherweise gehe die Öffentlichkeit auch davon aus, dass der "Freifunk" eine Vereinsmitgliedschaft voraussetze und nur was für "echte Nerds" sei. Das würde allerdings dem Freiheitsgedanken widersprechen, für den sich nicht nur die Jungen Liberalen in Forchheim, sondern auch die Freifunk Community in Franken und ganz Deutschland einsetzten. Es gehe hier um mehr als nur den bloßen kommerziellen Nutzen, den freies WLAN für die Stadt Forchheim bereithält. "Freifunk will eine Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke", so Dominik Winkel, stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen in Forchheim. "Im Zeitalter der Digitalisierung sollte der kostenfreie Zugang über WLAN zu jeder Zeit und an jedem Ort eine Selbstverständlichkeit sein", sagte Winkel. Was brauche man, um sich der Community anzuschließen? Laut den Jungen Liberalen nur einen WLAN-Router, den es schon ab 20 Euro gebe. Die nötige Software werde von Freifunk gestellt. Erklärung und Rat gebe es ebenfalls umsonst dazu.
Freies, nicht-kommerzielles WLAN von Bürgern für Bürger, das nicht nur 30 Minuten andauert ist das Ergebnis.


Kritische Stimmen

Die Jungen Liberalen in Forchheim sprechen sich daher für folgendes Vorgehen aus: "Ein wichtiger erster Schritt wäre, Privatpersonen und Geschäftsleute aus der Forchheimer Innenstadt mit Repräsentanten und Nutzern des Freifunk zusammenzubringen. Hier kann das Modell des Freifunks thematisiert, Möglichkeiten aufgezeigt und kritische Stimmen diskutiert werden."
Auf diesem Fundament könne letztlich aus einer gemeinsamen Idee ein erfolgreiches Projekt entstehen. Die Stadt Forchheim sollte ihren Bürgerinnen und Bürgern in Zukunft eigenverantwortliche Lösungen zutrauen, bevor sie selbst aktiv wird. "Gelebte Subsidiarität par excellence. Eine Maxime, die wieder mehr in den Fokus gerückt werden sollte", schreiben die Jungen Liberalen. red