Am Standort Hamburg-Bergedorf des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme (IWES) wurde vor kurzem der Prüfstand für Rotorblattlager von Windkraftanlagen von Polit- und Wissenschaftsprominenz feierlich eingeweiht. Auf dem Teststand können Blattlager bis zu 6,5 Meter Durchmesser in beschleunigten Prüfverfahren auf Verschleißverhalten getestet werden: In sechs Monaten werden 20 Jahre Betriebsdauer simuliert. Insgesamt rund 20 Millionen Euro Förderung flossen in das Projekt - der Großteil als Forschungsförderung des Bundeswirtschaftsministeriums sowie ein Ansiedlungszuschuss der Hansestadt Hamburg.

Die Gremsdorfer Firma Imo ist Forschungspartner der ersten Stunde und nutzt laut einer Pressemitteilung die Möglichkeit, in den nächsten Monaten verschiedene Blattlagervarianten darauf zu testen. Nach den Prüfdurchläufen in dem öffentlichen Projekt steht die Infrastruktur allen Interessierten offen.

Henrik Albertsen, Leiter Anwendungstechnik bei Imo, stellte in seiner Rede bei der Eröffnung die immensen Vorteile für Imo heraus: "Die Möglichkeit, Lager auf diesem einzigartigen Prüfstand testen zu können, gibt uns einen großen Wissensvorsprung. Bei der Auslegung neuer und immer größer werdender Lager können wir zukünftig auf Vergleiche unterschiedlicher Lagerkonzepte zurückgreifen."

Gerade in den großen Windkraftanlagen zählen Lager zu den besonders belasteten Komponenten. Deshalb ist es für die Lagerhersteller wichtig, Einblick in das Lagerinnere während und nach der Betriebsdauer zu erhalten. Auslegungsmethoden können so überprüft und Designs optimiert werden. Aktuell sind auf dem Teststand traditionelle Vier-Punkt-Lager verbaut. Nach Ende dieser Testreihe werden die von Imo entwickelten, patentierten Blattlagervarianten T-Solid und T-Solid 4IPC auf dem Teststand geprüft. Diese neuen Lagerdesigns sind im Vergleich zu den Vier-Punkt-Lagern größeren Lasten gewachsen und weisen eine längere Lebensdauer auf. red