21 Mitglieder des Karate-Dojo "Traditionelles Karate Steinwiesen" legten nach intensiver Vorbereitungszeit ihre Kyu- und Zwischenprüfung ab. Nicht nur die Prüfer Ralf und Elke Kuhnlein, sondern auch viele begeisterte Zuschauer zeigten sich von den dargebotenen Leistungen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen äußerst beeindruckt.
Mit Stolz und Recht dürfen nun drei Prüflinge den grünen Gürtel (6. Kyu), weitere drei Prüflinge den gelben Gürtel (8. Kyu) sowie vier Prüflinge den weiß-gelben Gürtel (9. Kyu plus Zwischen-Prüfung) tragen. Siebenmal wurde der orange-grüne und viermal der gelb-orange Gürtel verliehen.
Erstaunliche Ernsthaftigkeit, Wissensdurst und Disziplin, dies gepaart mit viel Fleiß und Geduld, sowie nicht zuletzt respektvoller Umgang miteinander, Fairness und Hilfsbereitschaft bereits bei den Jüngsten, führten zu den Fähigkeiten und Fortschritten, die im Rahmen einer Prüfung unbedingt auch offiziell zu belegen waren.
Dies alles wäre natürlich ohne eine regelmäßige, häufige und intensive Trainingsteilnahme nicht möglich gewesen. Das aus Kihon, Kata, Bunkai und Kumite bestehende Prüfprogramm wurde entsprechend dem anvisierten Kyu- und Zwischen-Prüfungs-Grad mit Bravour und Kampfgeist dargeboten. Im Hinblick auf die traditionelle Dojo-Führung waren bei der jeweiligen Graduierung nicht nur die zur Prüfung aktuell anstehende, sondern auch die vorausgehende Kata zu zeigen. Zum Orange-Grün-Gurt musste zusätzlich die Heian Shodan ura (seitenverkehrt) dargeboten werden; dies wurde bei der Abnahme des 6. Kyu noch um die Renshuho-Kata 1 bis 3 sowie die Heian Shodan mit Tausch von offener und geschlossener Hand erweitert.
Entsprechend der zukünftigen Graduierung waren Doppel-Faust-Angriffen sowie beidhändiges Greifen wirkungsvoll. Unter Einsatz präziser Techniken, Vielfalt und Wendigkeit, selbstverständlich gepaart mit altersentsprechender Kraft musste der Angreifer auch zu Boden gebracht werden. Faustangriffe zu Kopf oder Brust und Bauch sowie Fußtritte mussten abgewehrt und umgehend gekontert werden.
Bei den höheren Graduierungen war nachzuweisen, dass bei Angriffen eine gleichzeitige Verteidigung mit dem einen und der Angriff mit dem anderen Arm möglich ist. Die Eröffnungssequenz der jeweiligen Kata wurde im Kampf realistisch dargestellt.
Bei der Prüfung zum Grün-Gurt waren drei weitere Bunkai-Sequenzen effektiv auszulegen und in der Anwendung zu zeigen. Zur Ablegung des 6. Kyu/ Grün-Gurt musste außerdem im Freikampf zu den Angriffen jeweils von links und rechts mit Jôdan Tsuki, Chûdan Tsuki, Chûdan Mae Geri, Mawashi-Geri und Ushiro-Geri verteidigt, mit mindestens zwei effektiven Techniken gekontert und falls tatsächlich noch erforderlich, der Angreifer zu Boden gebracht werden.
Bei vorherigen Prüfungen dargebotenes traditionelles Fachwissen zu Kihon, Kata, Kumite und Bunkai konnte je nach Dauer der Dojo-Zugehörigkeit erfolgreich angelegt, bestätigt und entsprechend der neuen Graduierung erweitert werden.
Fachbegriffe zu Angriff- oder Verteidigungstechniken sowie karatespezifischer Kleidung, die Kenntnis der japanischen Zahlen von 1 bis 10 in Wort und Schrift, Bedeutung und Dauer von Mokusó bzw. Mokusó Yame, der 1. Dojo-Kun und der Gruß zu den Ahnen sind nach wie vor präsent. Das Wissen zu den Kampfkunst-Tieren wurde in der Mittelstufe um das der sogenannten Elemente in der Kampfkunst erweitert. ek