Die Hohe Rhön zeichnet sich durch magere und artenreiche Bergwiesen aus. Die sind durch eine Vielzahl stark gefährdeter Arten geprägt und bei Rhönbesuchern und Naturfreunden sehr beliebt. Allerdings ist ihr Bestand aktuell auch stark gefährdet. Denn gerade in diesen Bergwiesen verdrängt die invasive Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus Lindl) die charakteristischen und gefährdeten Arten und führt zum vollständigen Verlust dieses Ökosystems.
Die zunehmende Ausbreitung der Lupinen in der Rhön ist seit einigen Jahren Thema. Verschiedenste Aktionen wurden gestartet, die ursprünglich nicht in der Region vorkommende Pflanze zurückzudrängen. Freiwillige Helfer sind Jahr für Jahr im Frühling und auch im Herbst teils mit Handsensen unterwegs, um die Pflanze zu mähen und am Aussamen zu hindern. Welche der Methoden und Aktionen am effektivsten sind, war bislang allerdings nicht richtig geklärt.


Erste Ergebnisse

Daher hat sich inzwischen die Wissenschaft des Themas angenommen. Unter anderem wurde das "Forschungsprojekt Lupine" gestartet. Dessen erste Ergebnisse werden am 5. Oktober bei einer Infoveranstaltung des Biosphärenreservats in der Oberelsbacher Elstalhalle vorgestellt. Die Veranstaltung mit dem Titel "Erhaltung und Wiederherstellung der Artenvielfalt in den Bergwiesen des Biosphärenreservates Rhön - Management der invasiven Stauden-Lupine" beginnt um 19 Uhr.
Im Rahmen zweier sogenannter Vorprojekte der Universitäten Gießen und Kassel wurden zwischen 2015 und 2017 das Ausmaß der aktuellen Verbreitung der Stauden-Lupine in der Rhön und die Potenziale für die Renaturierung artenreicher Bergwiesen sowie eine mögliche energetische Nutzung des Aufwuchses analysiert.
Im Juni 2017 konnten beide Universitäten dann mit einem auf den entsprechenden Ergebnissen aufbauenden Folgeprojekt - gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt - starten. Dabei wird unter anderem erstmals die Wiederherstellung von durch die Stauden-Lupine bedrohten Bergwiesen erprobt. Ein weiteres Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für den Naturschutz, um die nachhaltige Zurückdrängung der Lupine zu erreichen.
In der Veranstaltung werden die wichtigsten Ergebnisse der Forschungsprojekte und die aktuellen Untersuchungen von Professor Annette Otte von der Universität Gießen und Professor Michael Wachendorf von der Universität Kassel vorgestellt. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt kostenfrei.