Rückschau auf das Wirtschaftsleben im "Corona-Jahr" hielten die IHK-Gremien des Landkreises Erlangen-Höchstadt und der Stadt Erlangen, die die Interessen von knapp 18 000 Firmen gegenüber der Politik vertreten.

Unternehmen zeigen sich flexibel

Aus aktuellem Anlass tagten über 50 der gewählten Mitglieder virtuell über eine Videokonferenz, die von den beiden Vorsitzenden, Patrick Siegler und Michael Thiem, moderiert wurde.

Im Ergebnis dieser Videokonferenz wurde festgehalten, dass sowohl die Flexibilität der Unternehmen als auch die Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung dafür ausschlaggebend gewesen seien, dass die durch die Pandemie zunächst erwarteten ganz großen Wachstums- und Beschäftigungseinbrüche in der hiesigen Region abgemildert werden konnten.

Freilich gab es branchenunterschiedliche Entwicklungen, die bei der gemeinsamen Sitzung zur Sprache kamen. So litten die Bereiche Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und Messebau am stärksten unter den Auswirkungen. Sie gehören zu den 40 Prozent aller Unternehmungen aus der Region, die sich von der Krise stark betroffen, teilweise sogar in ihrer Existenz bedroht fühlen. Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen trifft es dabei am härtesten.

Sogar Wachstumspotenziale

Erfreulich zeigte sich hingegen, dass mehr als die Hälfte (56 Prozent) aller regionalen Firmen bisher "wenig" oder "keine Auswirkungen" in ihren Geschäftstätigkeiten ausmachen konnten. Unternehmen, die in der Krise verstärkt auf digitale Betriebswege überleiteten, sprachen mitunter sogar von Wachstumspotenzialen in dieser problematischen Zeit.

Inwieweit jedoch die neuerlichen Einschränkungen, die aufgrund der sogenannten zweiten Welle nun notwendig werden, auf die Wirtschaftsleistung Einfluss nehmen, ist - so die einhellige Meinung der Gremiumsmitglieder - ungewiss.

"Die aktuellen Aufgaben unserer regionalen Wirtschaft liegen in einer zweigleisigen Ausrichtung", erklärte der IHK- Gremiumsvorsitzende des westlichen Landkreises, Michael Thiem, "denn einerseits müssen wir nicht nur die aktuelle Krise meistern, sondern uns auch zukunftsfähig aufstellen." Dazu gehören seiner Meinung nach Anstrengungen und Investitionen in den Bereichen erneuerbare Energien, Digitalisierung, Bildung und Gesundheit.

Ein Strategieprojekt

Patrick Siegler, IHK-Gremiumsvorsitzender der Stadt Erlangen, stellte schließlich ein Strategieprojekt vor, in dem die Zukunftsthemen wie Mobilität, Umwelt, Energie, Handel und Dienste unter dem regionalen Aspekt weiterentwickelt werden. red