von unserem Redaktionsmitglied Thomas Malz

Münnerstadt — Die neue Allergen-Kennzeichnungspflicht war das zweite große Thema bei der Frühjahrsversammlung des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. Wie bei der Dokumentationspflicht zum Mindestlohn hielt sich die Begeisterung der Wirte und Hoteliers im Hotel Tilman auch bei diesem Thema in Grenzen.
Dr. Gero Beckmann vom Institut Romeis erklärte den Anwesenden, worum es eigentlich geht. Er stellte dabei die 14 Hauptallergene vor und wie sie sich auswirken können. Allergen-Kennzeichnung ist bei jedem nötig, der Lebensmittel an Endverbraucher weitergibt.

Verschiedene Möglichkeiten

Für die Kennzeichnung bot Gero Beckmann verschiedene Lösungen an. So kann beispielsweise ein Schild aufgehängt werden. Möglich ist auch, die Allergene auf der Speisekarte aufzuführen. Der Mikrobiologe gab an dieser Stelle eine Bemerkung eines Bekannten weiter. Der hatte gemeint, dass die Fußnoten auf seiner Speisekarte bald länger als die Aufführung der Speisen selbst sind. Eine andere Variante wäre die Kladdenlösung. Zusätzlich bietet sich die mündliche Aufklärung an. Gut wäre es dann, wenn es einen gut lesbaren Aushang mit Hinweis auf die Auskunftsregelung gibt.
Gero Beckmann verwies auf die Handhabung eines Hotels in Fulda. Das Personal fragt schon beim Einchecken nach möglichen Allergien. Das Ergebnis: Unter den 1200 Gästen, die am Tag Essen bekommen, seien lediglich ein bis drei Allergiker. Nicht gekennzeichnet werden müssen übrigens Gerichte, bei denen ganz klar ist, dass sie Al lergene enthalten, wie beispielsweise Scampi oder Rührei. Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Zahl der Menschen, die unter Lebensmittelallergien leiden, in Deutschland bei unter einer Million liegt, Lactose-Unverträglichkeit hätten unter fünf Prozent. Der Mikrobiologe zeigte auch einige Beispiele auf, wie Gastronomen ihrem Ärger über die Allergen-Kennzeichnung auf Speisekarten Luft verschafft haben.

Zwangsgeld und Klagen drohen

Bei der Diskussion stellte Gero Beckmann fest, dass es noch keine Aufzeichnungsverordnung gebe, nur die Vorschrift, dass es getan werden muss. Bei Nicht-Kennzeichnung drohen Zwangsgeld und im Extremfall zivilrechtliche Klagen von Allergikern. Der Fachmann empfahl die Kladdenlösung.