Höchstadt/Castlebar — Kürzlich fanden in Irland die allgemeinen Wahlen für den 32. "Dáil Éireann" - das Unterhaus des irischen Parlaments - statt. Für Höchstadts Partnerstadt Castlebar deshalb so wichtig, weil der bisherige Ministerpräsident Enda Kenny bekanntlich ein Castlebarer ist.
Fine Gael (die Partei Enda Kennys) erhielt 25,52 Prozent und Fianna Fáil ist mit 24,35 Prozent die zweitgrößte Partei der Republik. Wer nun die Regierung bilden kann und ob Enda Kenny weiter die Geschicke des Staates lenken wird, steht immer noch nicht fest und es könnte sogar zu Neuwahlen kommen, denn die beiden "stärksten" Parteien suchen noch nach Verbündeten. Ob Enda Kenny wieder Taoiseach (Premierminister) wird, ist also fraglich. Seine Anhänger in Castlebar hoffen aber noch.
Große Freude herrschte jedoch auch in vielen Castlebarer Kreisen - trotz aller Unsicherheit -, dass die 29 Jahre junge Rechtsanwältin Lisa Chambers (Fianna Fáil) den Sprung ins Unterhaus geschafft hat. Sie war im vergangenen Dezember mit einer kleinen Delegation in Höchstadt zu Gast und zeigte sich begeistert von Stadt und Bevölkerung. Die junge Abgeordnete freute sich über die Glückwünsche und Geschenke aus Höchstadt - Sekt, Champagner und einen Schokoladenkarpfen - und versprach, bald wieder die Partnerstadt zu besuchen. Natürlich würde sie lieber Michael Martin, den Chef ihrer Partei (Fianna Fáil) als neuen Taoiseach sehen. "Enda Kenny ist der dienstälteste Politiker im Parlament - er begann im Alter von 24 Jahren seine politische Karriere als Abgeordneter - und heute könnte er mit seinen bald 65 Jahren eigentlich auch in den wohlverdienten Ruhestand gehen", meinte sie schmunzelnd im Gespräch.