von unserem Mitarbeiter  Horst Lange

Lisberg — Kein leichtes Amt hatte in der Gemeinderatssitzung der junge Lisberger Bürgermeister Michael Berggrab (ÜPL) angesichts einer kontrovers geführten Diskussion über die Gestaltung des Schlossparks Trabelsdorf. Dabei war die Zielsetzung, die im Zuwendungsbescheid vom 8. Januar 2015 durch die Bezirksregierung Oberfranken in Bayreuth, formuliert wurde, eigentlich ganz klar: Die Stärkung der grünen Infrastruktur sowie die Stärkung der Angebote für Kultur, Bildung, Tourismus, Sport, Spiel und Erholung wurden als Ziele der Maßnahme genannt.

Viele Veränderungen

Architekt Frieder Müller-Maatsch erläuterte die Entwurfsplanung, die auf der Beteiligung der Unteren Denkmalschutzbehörde, der Unteren Naturschutzbehörde und der Bürgerbeteiligung beruht. Er ging auf die einzelnen Bereiche, die Schaffung einer Allee, die Gestaltung des Vorbereiches am Schloss, die Wegeführung mit Steg, den Einbau von Ruhebänken, der Errichtung von Infotafeln und eines Pavillons, der gestalterischen Verbesserung der Mauer und den Bau eines Spielplatzes mit diversen Spiel- und Bewegungsgeräten ein. Seiner Meinung würden die Spielgeräte am vorgesehenen Standort gut passen, da der Spielplatz weit weg vom Ortsverkehr sei.
Ein wesentlicher Förderaspekt sei die Wohnumfeldverbesserung und die Schaffung eines Mehrgenerationenspielplatzes. Eben an diesem erhitzten sich die Gemüter. Zwar betonten alle Gemeinderatsmitglieder, dass sie zwar Spiel- und Freizeitmöglichkeiten oder sogar eigene Räume für Kinder und Jugendliche wünschten, doch am Standort Schlosspark schieden sich die Geister. Die Dritte Bürgermeisterin Karin Geyer (BBL) warf ein, dass dies doch ein sehr sensibler Bereich sei, man schließlich auch an die Anwohner denken müsse - zwischen dem Wunsch nach Erholung und Relaxen und der Befürchtung, dass hier ein Unruheherd mit Randale, Ausschreitungen und Vandalismus entstehen könne, müsse der Spagat geschafft werden. Dieter Laufer (CSU) fragte nach, ob, wenn man auf die Spielgeräte verzichte, die Maßnahme noch gefördert würde und stellte zudem in Frage, ob die vorgesehenen Edelstahlspielgeräte in das Umfeld des Schlossparks überhaupt passten.

Vandalismus?

Norbert Reichl (ÜBL) entgegnete, dass auch in früheren Zeiten am damaligen Spielplatz mit inzwischen längst verrotteten Holz-Spielgeräten nie Vandalismus geherrscht hätte. Er habe hingegen gehört, dass dieser Spielplatz seinerzeit als bester angesehen wurde. Bürgermeister Berggrab sah keine Möglichkeit, ganz auf die Spielgeräte zu verzichten, da sonst die Förderung verloren gehen könnte.
Architekt Müller-Maatsch stellte die einzelnen Spielgeräte visuell vor, wie zum Beispiel eine Riesenschaukel, eine Kletterkombination, die alleine 23 000 Euro kosten soll, Balancier- und Fitnessgeräte. Monika Fries (CSU) trug die Rückmeldung aus der Damengymnastikgruppe vor, die sich lieber in der Turnhalle trimme als in der Öffentlichkeit.
Geschäftsstellenleiter Adam Götz wies angesichts der Tendenz im Gemeinderat, ganz auf die Spielgeräte verzichten zu wollen, darauf hin, dass aufgrund des Förderbescheides bei erheblichen Abweichungen die Zustimmung der Regierung von Oberfranken bedürfe. Eine Entscheidung gegen die Spielgeräte ohne Zustimmung der Regierung käme einer Aufhebung des Förderbescheides mit zugesagten Mitteln von 176 400 Euro gleich.
Mit 7:4 Stimmen wurde schließlich die Verwaltung beauftragt, Rücksprache mit der Regierung Oberfranken zu nehmen, ob die Möglichkeit bestehe, die Spielgeräte ganz oder teilweise herauszunehmen und das Thema danach wieder im Gemeinderat zu behandeln.
Nicht ganz billig auch die Neugestaltung des Vorbereiches für den Schlosspark: Diese soll nach Müller-Maatsch 145 000 Euro kosten, alleine der Abbau einer Hochspannungsleitung würde mit 45 000 Euro zu Buche schlagen. Wegen einer möglichen Kontaminierung der Fläche sei dieser Bereich für einen Spielplatz nicht geeignet.

Bürger müssen sich gedulden

Ein Antrag des Bürgerblocks Lisberg-Trabelsdorf bezüglich einer Bürgerversammlung und weiterer Bürgerbeteiligung über die Gestaltung des Schlossparks wurde zunächst mit 10:1 Stimmen aufgeschoben. Zunächst soll die Entscheidung der Regierung von Oberfranken abgewartet werden. Danach soll eine Informationsveranstaltung für die Bürger stattfinden und dann der Gemeinderat eine endgültige Entscheidung treffen.