Marion Krüger-Hundrup Pater Klemens August Droste macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Es schmerzt, ein Gebäude aufzugeben, in dem jahrhundertelang Karmeliten gelebt haben", bekennt der Prior des Bamberger Konventes aus 13 Patres und Brüdern im Alter zwischen 30 und 91 Jahren. Der Verkauf des Karmelitenklosters an die Firma Terraplan hatte ja Schlagzeilen gemacht: In dem markanten Gebäude am Karmelitenplatz sollen nach entsprechenden Umbauten Wohnungen entstehen. "Wir haben keinen Einfluss auf ihren Wert und daran keinen Gewinn", betont der Prior.

Gleichwohl war es Geldnot, die zur Aufgabe des alten Klosters geführt hat. Denn wie bei allen Ordensgemeinschaften in Deutschland nimmt auch die Zahl der Karmeliten weiter ab, und die Überalterung nimmt zu. Aufgrund ihres Alters haben immer weniger Patres und Brüder Gestellungsverträge in den Diözesen: "Darum wurden auch schon verschiedene Klöster der Deutschen Provinz der Karmeliten geschlossen", erklärt Pater Klemens August. Das sei der Hintergrund für die Entscheidung, in Bamberg - dem Verwaltungssitz der Provinz - das Klostergebäude, das Brauhaus und die Scheune zu verkaufen, "weil sie für uns zu groß geworden sind, und wir ihren Unterhalt und ihre Erhaltung nicht mehr leisten können". Es habe keine andere Wahl gegeben, so der Prior.

Neue Schwerpunkte überlegen

Aus Verbundenheit mit der Stadt und "weil wir uns auch mitgetragen fühlen durch viele Bamberger Freunde, wollen wir hier bleiben", blickt er in die Zukunft. Darum werden die den Karmeliten noch gehörenden Häuser Am Knöcklein 7-9 und 11-13 so umgebaut, dass sie als Kloster und Provinzverwaltung dienen können. Und "wenn Corona durchgestanden ist, überlegen wir neue Schwerpunkte unserer seelsorglichen Arbeit".

Sichtbares Symbol für die Präsenz der Karmeliten bleibt ihre Kirche St. Theodor: "Unser bevorzugter Ort, wo wir als Karmeliten unsere Seelsorge und Gottesdienste anbieten", stellt der Prior heraus. Und zwar "nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung der Angebote der Pfarreien, die immer größer werden". Pater Klemens August verweist auf die offene Beicht- und Gesprächsseelsorge, die die Karmeliten montags bis freitags von 15 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 11.30 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung leisten - auch in Corona-Zeiten. Ein solches Angebot ohne Anmeldung ist in der Bamberger Region einmalig. Und es wird rege genutzt, wie der Prior berichtet. "Wir sind für die Bamberger eine Gemeinschaft, die die Verbindung zu Gott sucht; eine betende Gemeinschaft, die Bamberg vor Gott bringt", ergänzt der Karmelit.

Notsicherung war nötig

Was ihm Sorgenfalten auf die Stirn bringt, ist der bauliche Zustand der Kirche St. Theodor. Der sei so schlecht, dass für die weitere Nutzung eine Notsicherung eingebaut werden musste. Die Sanierung und Behebung der statischen Mängel stehen an, was für den Orden einen finanziellen Kraftakt bedeutet. Denn "der Verkaufspreis des alten Klosters reicht bei weitem nicht aus, um das zu verwirklichen", seufzt der Prior. Trotzdem "wollen wir Karmeliten uns - mit Hilfe der Bevölkerung - darum bemühen". Schon jetzt "erleben wir viel Unterstützung", zeigt sich der 55-jährige Pater dankbar und lässt wieder sein Herz sprechen: "Ich habe Bamberg lieb gewonnen!", lächelt Pater Klemens August Droste, der einige Jahre Kaplan und Pfarrer der Oberen Pfarre war.