Christoph Böger Totgesagte leben bekanntlich länger. Und beim VfL Frohnlach ist noch lange nicht Schluss - zumindest schätzt der Sportliche Leiter Christian Tremel die aktuelle Situation des Fußball-Landesligisten positiver ein als viele andere. Nach dem "Alleingang" des stellvertretenden Vorsitzenden Klaus Schillig, der letzte Woche seinen Rücktritt und den der Firma Schillig als Hauptsponsor angekündigt und damit das Aus des Traditionklubs prophezeit hatte, packen die "Blau-Weißen" das Kämpferherz aus.

Konzept wird vorgestellt

Im Klartext: Tremel arbeitet an einem "Schmalhans-Konzept". "Wir schließen noch lange nicht zu. Der Schlüssel steckt zwar im Schloss, aber jetzt ist er erst einmal blockiert." Dieses Bild malt der ehemalige Regionalliga-Torhüter aus voller Überzeugung. Er ist guter Dinge, dass ein Großteil der Landesligaspieler die laufende Serie anständig zu Ende bringt. "Und das ohne jede finanzielle Aufwandsentschädigung", wie Tremel hofft.

Derzeit laufen intensive Gespräche in viele Richtungen. Am nächsten Mittwoch werden die Spieler des 18-köpfigen Landesligakaders über den Plan informiert. Details seien zwar noch offen, doch Tremel ist absolut zuversichtlich, dass seine Idee funktioniert. Mit Trainer Bastian Renk hat er einen wichtigen Mitstreiter bereits an Bord. Mit dessen Nachfolger - Marcel Burkhardt sollte als Trainer ab der neuen Serie die Elf übernehmen - wird am Freitag geredet. Dazu Tremel: "Marcel tut mir leid. Er hat für uns seinen guten Trainerposten in Sassanfahrt (Kreisliga Bamberg/Anm. d. Red.) im Winter aufgegeben."

Natürlich hätte die Nachricht Schilligs wie eine Bombe eingeschlagen und eine Art Schockstarre bei Spielern und Anhängern ausgelöst, doch nachdem alle Frust-Infos verarbeitet waren, seien einige Spieler nach reiflicher Überlegung zu dem Entschluss gekommen, unter allen Umständen weitermachen zu wollen. Zumindest vorerst. "Natürlich gibt es auch Spieler, die bereits bei anderen Klubs im Gespräch sind. Doch vorerst kann eh keiner wechseln", weiß Tremel, der davon ausgeht, dass die ausstehenden Spiele des VfL in der Landesliga stattfinden.

Sein Ziel ist es, dass Frohnlach nicht von der Fußballbühne verschwindet. Sollte das Team nämlich dreimal nicht antreten, würde es automatisch an das Tabellenende gesetzt und müsste ab der nächsten Saison in der untersten Spielklasse beginnen. Falls es dann überhaupt noch eine Mannschaft gibt.

"Das wäre der schlimmste Fall. Das wollen wir vermeiden. Ein Abstieg in die Bezirksliga wäre dagegen kein Beinbruch", gibt sich der Sportliche Leiter kämpferisch und schiebt hinterher: "Die Bezirksliga ist für uns eh die attraktivere Klasse. "

Knapp 10 000 Euro sind nötig

Ganz ohne Geld können die verbleibenden elf Punktspiele mit sechs Auswärtsfahrten aber nicht gestemmt werden. Knapp 10 000 Euro, so die vorsichtige Hochrechnung von Tremel, sind notwendig, um bis zum Abschluss der Saison anständig über die Runden zu kommen. Schließlich müssten die laufenden Kosten, die noch zu entrichtenden Schiedsrichterkosten für den Landesliga-Pool oder auch die eine oder andere unvermeidbare Verbindlichkeit gedeckt werden. Aber: "Wir schaffen das", gibt sich Tremel ganz Merkel-like.

Hilfe vom TBVfL Neustadt/W.

Wie es nach der Saison 2019/20 weitergeht, steht ebenfalls in den Sternen. Viele Szenarien sind möglich. Von der Vereinsabmeldung bis zur Fortsetzung des Spielbetriebes ist alles denkbar. Unterstützung könnte der Klub von seinem Kooperationsverein TBVfL Neustadt/Wildenheid erfahren. Mit den Puppenstädtern stellen die Frohnlacher seit dieser Saison ein gemeinsames Team in der A-Klasse Coburg. Acht Neustadter Spieler sind für die Frohnlacher Mannschaft spielberechtigt und könnten bei Engpässen sofort aushelfen. Für Tremel ein nicht zu unterschätzender Faktor bei seinen Planspielen.

Mitglieder müssen entscheiden

Entscheidend wird sein, was die Mitglieder in den anstehenden außerordentlichen Versammlungen entscheiden. Die erste Zusammenkunft findet am Freitag, 19. Juni, im Biergarten vor dem VfL-Sportheim statt. Sollten dabei allerdings nicht mindestens 80 Prozent der Mitglieder anwesend sein und eine Vier-Fünftel-Mehrheit zustande kommen, ist eine zweite Hauptversammlung notwendig. Bei dieser reicht eine einfache Mehrheit, um über die Zukunft des VfL Frohnlach zu entscheiden.