Das Kulmbacher Oberland kommt wie ein Wintermärchen daher. Die Nadelbäume tragen dicke Hauben aus Schnee. Seit dem Wochenende sind am Walberngründer Gletscher die Loipen gespurt. Viele Langlauf- und Wanderfans nutzten die Gelegenheit, um ihren ganz persönlichen Wintertraum zu erleben.

Irina Weber (32) unternimmt mit ihrer Mutter Ira (59) einen Spaziergang durch die verschneiten Wälder. "Es ist so wunderschön, wenn der Schnee unter den Schuhen knarzt", schwärmt sie. 45 Minuten genießen Mutter und Tochter die verschneite Traumlandschaft, dann ist Aufwärmen angesagt. "Wir gehen jetzt zum Kaffeetrinken zur Oma", erzählt die 32-Jährige glücklich.

Doch nicht nur die Winterwanderwege sind bestens auf den Besucheransturm vorbereitet, sondern auch die Loipen. Verantwortlich dafür sind unter anderem Ulli Pfaffenberger (56) und seine Tochter Stefanie (18). Beide bedienen das Loipenspurgerät und sorgen dafür, dass auch für schnelle Langläufer die Bedingungen hervorragend sind. "Wir haben schon vor zwei Wochen zum ersten Mal gespurt. Dann war wieder zu wenig Schnee. Jetzt geht es ganz gut", zieht Ulli Pfaffenberger Bilanz. Dass am Gletscher schon vor Weihnachten beste Winterpsortbedingungen herrschen, sei übrigens gar nicht so ungewöhnlich.

In diesem Jahr ist Stefanie Pfaffenberger auch schon mal allein mit der Pistenraupe oder dem Loipenspurschlitten unterwegs. "Die Raupe ist schon schwer zu fahren. Das Gas geht manchmal ein bisschen ruckartig", berichtet die 18-Jährige. "Meistens sitze ich beim Papa nebendran." Stefanie Pfaffenberger lernt Kfz-Mechatronikerin bei der Firma Taubenreuther. Aus diesem Grund ist die 140 PS starke Loipenraupe genau ihr Ding.

Perfekt präpariert

Die Wintersportfans wissen die Mühen, die sich die freiwilligen Helfer der SG GösmesWalberngrün machen, zu schätzen. "Ich stehe jetzt zum ersten Mal in diesem Jahr auf Langlaufskiern und es geht schon sehr gut. Die Loipen sind perfekt präpariert", lobt Wolfgang Strößner (58) die Arbeit. Zum Auftakt hat er sich die flache Strecke oberhalb des Sportplatzes ausgesucht. "Ich habe jetzt knapp eine halbe Stunde für 4,3 Kilometer gebraucht", erklärt Strößner. "Aber man merkt es schon, dass man an der Kondition noch arbeiten muss."

Auch Heiko Metzner (50) aus Schauenstein wollte nicht länger warten. Er hat eine schnelle Runde im unteren Bereich des Walberngrüner Gletschers gedreht. "Sobald Schnee liegt, muss ich raus. Ich habe jetzt erst mal mit einer Runde angefangen. Aber das wird mehr", sagt Metzner, der sein Pensum stetig steigern will.

Unter der Woche ist die Loipe 5 auch abends nutzbar: Bis etwa 20.30 Uhr ist sied mit Flutlicht ausgeleuchtet.

Auch in Presseck genossen am Wochenede die Langlauffans die herrlichen Bedingungen. Kerstin Ziegler (52) und Jürgen Ziegler (57) standen zum ersten Mal in ihrem Leben auf Langlaufskiern. "Wir haben uns vorher ein Video angeschaut. Es hat Spaß gemacht", zog Kerstin Ziegler Bilanz. Eigentlich ist das Ehepaar abfahrtsbegeistert. Wegen der Pandemie und der strikten Vorgaben wollen sie jetzt eher Skitouren unternehmen.

Die Pressecker Loipen sind nicht so schneesicher wie die in Walberngrün. Die Schneeauflage ist durch heftige Regenfälle dahingeschmolzen, Langlauf ist derzeit nicht möglich.