"Zu gut für die zweite Liga, aber zu schwach für die erste." Oder kurz gesagt: "Eine typische Fahrstuhl-Mannschaft!" Sätze, die die Spieler und Verantwortlichen des PSV Franken Neustadt in den vergangenen Jahren öfters hörten und das auch zu Recht.

Doch dieses Jahr, nach dem erneuten Aufstieg in das Kegler-Oberhaus über 200 Kugeln, ist mehr drin. Vorstand Ulrich Bieberbach glaubt nicht nur an den Klassenerhalt, sondern ist gar überzeugt: "Mit unserem Kader, vor allem den beiden Neuzugängen, können wir auf jeden Fall mithalten."

Allerdings weiß der erfahrene Funktionär, dass Talent und Potenzial alleine nicht ausreichen werden. "Entschlossenheit, Mentalität und Selbstvertrauen sind ganz wichtige Faktoren, und im einen oder anderen Spiel brauchen wir sicher auch das Quäntchen Glück auf unsere Seite", so der Kegel-Experte.

Die Vorbereitung

Wie in nahezu jeder Sportart ist durch den verschobenen Saisonstart die Vorbereitung nur bedingt aussagekräftig. "Wir sind seit Mitte Juli auf der Bahn und trainieren. Daher haben alle Jungs mehr Trainingswürfe als in den Jahren zuvor", erklärt Kapitän Jürgen Bieberbach. Die fünf Testspiele konnten allesamt erfolgreich beendet werden, wobei definitiv Luft nach oben blieb.

Der Saisonstart

Der Spielplan bleibt trotz der Verschiebung gleich. Die Puppenstädter starten zunächst mit zwei Auswärtspartien, ehe am 19. Oktober das erste Heimspiel ansteht. Das erste Spiel am Samstag ausgerechnet bei Mitaufsteiger Morenden Bayreuth sollte besonders spannend werden. Die Bayreuther verloren ihren Topakteur Steffen Hönninger an den PSV, konnten aber mit Alexander Depta und Marco Schuberth zwei Verstärkungen an Land ziehen. Die Bahn in Bayreuth bereitete den Neustadtern in der Vergangenheit immer große Probleme. Man darf gespannt sein, wie diese dem zweiten Neustadter Neuzugang, Patrick Kalb, liegen. "In der Vorbereitung zeigte er mit den zwei hohen Tausendern sein riesiges Potenzial. Es wäre traumhaft, wenn er trotz seines ersten Erstligaspiels auch am Samstag eine Topleistung abrufen kann", lobt Jürgen Bieberbach seine Verpflichtung in den höchsten Tönen. Auch von Steffen Hönninger ist der PSV-Sportchef angetan: "Steffen trainiert sehr emsig und spielt wenig Fehler. Beim Saisonauftakt gegen seinen Ex-Verein muss er vor allem wieder die Ruhe an Tag legen. Dann wird er uns sicher nicht nur in diesem Spiel helfen."

Kegeln und Corona

Die Einflüsse der Pandemie sind allgemein für den Kegelsport noch kaum zu überschauen. Trainings- und Wettkampfbedingungen haben sich schon in vielerlei Hinsicht verändert. Desinfizieren von Kugeln, Lüften, offene Türen während des Kegelns. Die gewohnt lautstarke Unterstützung vor allem bei guten Würfen ist untersagt. ct