Die Landwirtsfamilie Fella aus Seeshof bei Hammelburg beteiligt sich seit drei Jahren als sogenannter "Demobetrieb Gewässer-, Boden-, Klimaschutz" der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Dabei geht es darum, Berufskollegen zum Anbau von Zwischenfrüchten auf ihren Feldern zu motivieren und sie zu informieren. Das geht aus einer Pressemitteilung der Behörde hervor.

Hauptanliegen des Projekts ist demnach der Gewässer- und Bodenschutz. Hierfür legen Gerhard und Markus Fella jedes Jahr rund um den Bauernhof der Familie in der Seeshofer Straße, sogenannte Feldversuche an. Unterstützt werden sie vom staatlichen Wasserberater Rainer Schubert vom AELF Schweinfurt und vom Pflanzenbauberater Julian Megner vom AELF Bad Neustadt/Saale.

Die Ansaaten werden als Mischungen verschiedener Pflanzenarten angelegt. Sie verfolgen unterschiedliche ackerbauliche Ziele. Die fachlichen Inhalte und Erfahrungen werden üblicherweise zwischen Landwirten des Landkreises und den Beratern an den Zwischenfruchttagen ausgetauscht. Dies war für den Herbst 2020 geplant. Zum Schutz vor Corona wurde die Veranstaltung abgesagt. Informationen werden dieses Jahr nur online weitergegeben. Auf der Homepage des AELF Bad Neustadt werden in den nächsten Wochen die diesjährigen Erfahrungen bereitgestellt.

"Mir ist dieses Jahr aufgefallen, dass sehr viele Spaziergänger den Weg um unseren landwirtschaftlichen Betrieb zur Bewegung an der frischen Luft nutzen. Diesen Besuchern möchten wir gerne erklären und zeigen, was wir Landwirte mit unseren Zwischenfrucht-Ansaaten erreichen wollen und welche Pflanzen wir hierfür einsetzen", sagt Eleonore Fella laut der Pressemitteilung.

Nitrat aus dem Boden ziehen

Damit dies gelingt, haben die Akteure eine Infotafel erstellt, die die wichtigsten Ziele einer Zwischenfruchtansaat erklärt. Ein QR-Code ermöglicht weitere Informationen und verbindet Interessierte mit der Homepage des AELF Bad Neustadt. Hauptmotivation für Gerhard Fella, Zwischenfruchtflächen anzulegen, ist der Gewässerschutz. "Die Zwischenfrüchte werden auf den Feldern unseres Betriebes von mir und meinem Sohn nach der Ernte der Hauptfrüchte ausgesät. Kein Acker geht ohne Pflanzenbewuchs in den Winter. Die Aussaaten sollen die restlichen Nährstoffe, die noch im Boden vorhanden sein können, aufnehmen. Hierbei handelt es sich überwiegend um Stickstoff, der als Nitrat im Boden gelöst ist", erklärt er.

Regen und geschmolzener Schnee könnten dieses Nitrat in tiefere Bodenschichten und dann ins Grundwasser spülen. "Die Zwischenfrüchte können diesen Prozess verringern, indem sie Stickstoff aufnehmen und in die Pflanzen einbauen", ergänzt Julian Megner.

Der Pflanzenbauberater zählt weitere Vorteile des Zwischenfruchtanbaues für die Umwelt auf: "Der Anbau von Zwischenfrüchten verhindert, dass der Boden durch Wind- oder Wassererosion vom Acker abgetragen wird. Zusätzlich können sich Regenwürmer, Bakterien und Pilze von den Pflanzenresten gut ernähren. Diese Bodenlebewesen verbessern die Bodenqualität, indem sie wertvollen Humus aufbauen", erklärt er. Zudem werde die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens gefördert. red